Wie hoch der Wert von Fußballern wirklich sein sollte

Money, Money, Money

Ein Schweizer Sport-Institut behauptet, den wahren Wert von Fußballern berechnen zu können. Wer die Liste anführt, wie sie zustande kommt und warum Cristiano Ronaldo nur auf Platz 49 liegt. 

imago

Wenn es im Fußball um das große Geld geht, wird man in der Regel irgendwo in der Schweiz fündig. Während FIFA-Funktionäre meist damit beschäftigt sind, möglichst viel von selbigem einzusammeln, beschäftigt man sich in Neuchâtel – zu deutsch Neuenburg – eher in wissenschaftlicher Absicht mit Millionentransfers und Rekordablösen. Nahe der französischen Grenze, malerisch gelegen am Lac de Neuchâtel, dem größten See der Schweiz, ist hier im 30.000-Einwohner-Städtchen das »International Centre for Sports Studies«, kurz CIES, angesiedelt.

Am CIES lässt sich nicht nur der »FIFA-Master« absolvieren, in Zusammenarbeit mit dem Weltfußballverband, der örtlichen Universität sowie Stadt und Kanton wird auch allerhand Forschung zu internationalem Spitzenfußball und dessen Vermarktung betrieben. Davon kann man halten was man will, seit dem Jahr 2013 bringt die Einrichtung aber eine Auflistung der wertvollsten Profi-Kicker heraus, die schon alleine deshalb bemerkenswert ist, weil sie in der diesjährigen Ausgabe dem frisch gekürten Weltfußballer Cristiano Ronaldo herzlich wenig Beachtung schenkt.

Nerdige Rechenspiele

Dem Ranking zugrunde liegt eine ausführliche Studie zu den Spielern der fünf europäischen Top-Ligen (England, Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland). Die Verfasser beanspruchen, auf einer wissenschaftlichen Basis den »fairen« Transferwert professioneller Fußballspieler schätzen zu können. Es stelle sich dann heraus, dass selbst die überraschendsten Transfersummen einer berechenbaren Logik folgen. Ob das bei genauerer Betrachtung noch immer so nerdig ist, wie es klingt? Ja! Und trotzdem ist es hochinteressant.

Schweres Los für reiche Clubs

Denn die Autoren der Studie haben sich insgesamt 1.600 Transfers in den Jahren 2011 bis 2017 angeschaut und sie analysiert. Dabei entwickelten sie zunächst ein System, das Aussagen darüber trifft, von welchem Typus Fußballverein ein bestimmter Spieler wahrscheinlich gekauft wird. Die Annahme ist: Der Status eines Fußballvereins hat bedeutenden Einfluss auf den Preis eines Spielers. Sprich: Reichere Clubs müssen mehr zahlen.

In einem zweiten Schritt schätzten sie dann den Wert des Spielers. Über 30 Faktoren werden eingerechnet, am einleuchtendsten dabei sicherlich Alter und Vertragslaufzeit des Spielers, seine Position und natürlich die tatsächliche Leistung auf dem Platz. Aber auch etwa bisher erzielte Ablösesummen, Nationalmannschaftseinsätze und eben der potentielle Käuferverein werden berücksichtigt.

Das hat zum Beispiel zur Folge, dass sich in den Top10 mit Lionel Messi nur einziger Spieler finden lässt, der sein 30. Lebensjahr schon vollendet hat. Alternde Superstars finden sich dagegen höchstens auf den hinteren Plätzen der Rangliste. Heraus kommt eine Liste von 100 Profis über deren Reihenfolge – wie auch über Sinn oder Unsinn der gesamten Studie – sich vortrefflich streiten lässt.