Wie Hatem Ben Arfa in Paris endgültig seine Karriere beerdigte

Hatemlos durch Paris

Hatem Ben Arfa ist ein begnadeter Fußballer – und ein recht spezieller Charakter. Der am Wochenende mal wieder dem eigenen Arbeitgeber ans Bein gepinkelt hat. 



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Manchmal sieht ein ausgestreckter Mittelfinger nicht aus wie ein ausgestreckter Mittelfinger, sondern wie ein klitzekleines Törtchen mit einer brennenden Eins oben drauf. So wie im Fall von Hatem Ben Arfa. Der ließ sich am Wochenende mit genau so einem Törtchen fotografieren, und man hätte meinen können, es hätte was zu Feiern gegeben für Ben Arfa.

Vielleicht den ersten Geburtstag des Neffen, vielleicht die Zahl »Eins« als solche, weil sich die französische Skandalnudel sowieso schon immer und von Natur aus für die Nummer Eins hielt. Doch der Anlass für das Foto – Törtchen samt brennender Kerze im Vordergrund, Ben Arfa grinsend auf der Couch im Hintergrund – war kein fröhlicher.

Social-Media-Stinkefinger

Jedenfalls nicht, wenn man davon ausgeht, dass der Profifußballer Hatem Ben Arfa gerne Fußball spielt. 

»Herzlichen Glückwunsch an mich selber. Ein Jahr ohne Einsatz muss gefeiert werden«, stand über dem Foto, das er selber und also freiwillig via »Instagram« in die Welt entließ.

Und mit dem er seinem Arbeitgeber Paris St.-Germain, von dem er seit Sommer 2016 schätzungsweise extrem viel Gehalt bezahlt bekommt, den Social-Media-Stinkefinger direkt vor die Nase hielt.


@hatembenarfaofficiel bei Instagram

Eher vierte als dritte Wahl

Denn seit dem 05.04.2017 ließ der Klub nicht mehr zu, dass sich Ben Arfa in fußballerischer Form für die Kohle revanchiert, die ihm der Scheich Monat für Monat (oder in welchem Rhythmus auch immer Spitzenfußballer zu ihrem Geld kommen) überweist. Damals, im April vor einem Jahr, spielte Paris im Pokal-Viertelfinale gegen US Avranches.

Und in der Partie gegen den Drittligisten, den man nicht unbedingt kennen muss, drehte Ben Arfa sogar richtig auf. Obwohl er schon zu diesem Zeitpunkt bei Trainer Unai Emery eher vierte als dritte Wahl war, sorgte der Techniker mit zwei Toren und einer Vorlage für einen souveränen 4:0-Auswärtssieg.

Ben Arfas Karriere folgt schon immer ihrer eigenen Logik

Und bot sich damit eigentlich an für höhere Aufgaben. Stattdessen stand er seitdem nicht eine einzige weitere Minute in einem Pflichtspiel für Paris auf dem Platz. Unlogisch? Geht so.

Schließlich folgte die Karriere von Hatem Ben Arfa schon immer ihrer eigenen Logik. Beziehungsweise gar keiner. Vor allem, weil sein enorm großes Ego – da ist man sich zumindest in Frankreich einig – ihm immer wieder die sonst im Profigeschäft gängigen Wege versperrte.