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Wie häusliche Gewalt und Fußballspiele zusammenhängen

Wenn England verliert...

Fast jede vierte Frau ist in Deutschland schon Opfer häuslicher Gewalt geworden. Eine englische Studie hat einen Zusammenhang zwischen der WM und den Verbrechen gefunden. Die Zahlen sind erschreckend.

J. Walter Thompson London

Als England 2014 ausschied, standen bei der Polizei in Lancashire die Telefone nicht mehr still. Viele Anrufe kamen von Frauen, die von ihren Männern bedroht oder verletzt wurden. Zum Ausscheiden Englands gibt es einen direkten Zusammenhang. In der englischen Region mit 1,5 Millionen Einwohnern, gibt es im Durchschnitt pro Tag 58,2 gemeldete Fälle häuslicher Gewalt, an Spieltagen der Nationalmannschaft waren es fast 80. Die Dunkelziffer dürfte deutlich darüber liegen. Der höchste Wert wurde am 24.06.2014 festgestellt – an dem Tag spielte England in der Gruppenphase gegen Costa Rica 0:0 und flog aus der WM.

Jede Niederlage der Nationalmannschaft lässt die Zahl der Gewalttaten in die Höhe schnellen. Das Ergebnis einer Studie zeigt: Wenn England verliert, steigen die Fälle häuslicher Gewalt um 38%. Und schon alleine, wenn die Nationalmannschaft spielt, verletzen englische Männer ihre Partnerinnen 28% öfter. Jetzt beleuchtet eine bildgewaltige Kampagne des National Center for Domestic Violence (NCDV) und J. Walter Thompson London ein großes gesellschaftliches Problem.

Häusliche Gewalt darf kein Tabuthema sein

»Häusliche Gewalt ist ein Tabuthema, das verharmlost oder ganz verschwiegen wird. Oft findet sie hinter verschlossenen Türen statt. Selbstverständlich können auch Kampagnen dabei helfen, häusliche Gewalt endlich sichtbarer zu machen und das Thema aus der Tabuzone holen«, sagt Tobias Langenbach vom Opferschutzbund Weißer Ring.

Die in der Kampagne zitierte Studie der Lancaster University untersuchte Polizeistatistiken während der Weltmeisterschaften von 2002, 2006 und 2010. Das Resultat: Wenn England spielte, stiegen die Fälle partnerschaftlicher Gewalt. Auch 2014 bestätigte sich der Trend: Die Gewalttaten im eigenen Zuhause stiegen, wenn England spielte.