Wie Gladbach den Turnaround schaffte

Lucien Favre wäre stolz

16 von 21 möglichen Punkten seit dem Trainerwechsel: Borussia Mönchengladbach befindet sich im Aufwind. Wie hat Dieter Hecking das gemacht?

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»Zurück in die Zukunft« lautet dieser Tage das Motto in Mönchengladbach. Wer Gladbachs 4:2-Sieg über den FC Schalke am Wochenende verfolgt hat, dürfte sich unweigerlich an die gute, alte Zeit unter Lucien Favre erinnert gefühlt haben. Direkter Pass in die Spitze, ein Kontakt, Hacke, Spitze, Tor: So schön kann Fußball sein.

Die Kompaktheit, die schnellen Konter, das präzise Passspiel – bis ins Detail glich das Spiel der Gladbacher dem erfolgreichen Fußball der frühen Favre-Ära. Es wirkte fast so, als hätte der neue Trainer Dieter Hecking in seinem Büro einen verstaubten Ordner aus Favre-Zeiten gefunden und sich gedacht: »Ach, wieso eigentlich nicht?«

Die Favre-Blaupause

Wie sieht diese Favre-Blaupause aus? In ihren besten Zeiten waren Favres Gladbacher eine defensiv kompakte Mannschaft, die mit pfeilschnellem Konterfußball ihre Gegner überrumpelte. Defensiv baute sich Gladbach in einem 4-4-2-System hinter der Mittellinie auf. Die Abwehr verteidigt dabei so hoch, dass zwischen den beiden Viererketten praktisch kein Raum offenblieb. Der Gegner sah sich einem massiven Mittelfeldblock gegenüber, der sich kaum umspielen ließ, denn Gladbach verschob konsequent zum ballnahen Flügel.

Nach Ballgewinnen ging die Reise sofort nach vorne. Die beiden Stürmer ließen sich fallen, um sich zwischen den gegnerischen Ketten anzubieten. Sie sollten den Ball auf die aufrückenden Mittelfeldspieler ablegen, während die Außenstürmer Tempo aufnahmen. Die Außenstürmer sollten in die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr laufen. Wenn Gladbach schnell spielte, waren diese Konter kaum zu verteidigen.