Wie Gladbach auf die Choreo-Zerstörung reagiert

Verhältnisse wie in Köln, Dortmund oder Hamburg?

Dass das Verhältnis zwischen Gladbacher Ultras und dem Verein nun derart zerrüttet ist, überrascht auf den ersten Blick. Regelmäßig trafen sich Klub-Geschäftsführung und Vertreter der Ultras in den vergangenen Jahren zum Austausch. Auch der Kontakt zu den Fanbeauftragten gilt trotz einiger ultratypischer Reibereien als gut. Verhältnisse wie in Köln, Dortmund oder Hamburg, wo es teilweise zu offenen Brüchen zwischen Ultras und Verein kam? In Gladbach eigentlich nicht vorstellbar.

Dennoch hatte sich der jetzige Clinch Beobachtern der Szene schrittweise angekündigt. Immer wieder gerieten Ultras und Verein in den vergangenen Monaten aneinander. Vor allem das Verbot eines Choreo-Elementes im Vorfeld des Europa-League-Achtelfinals gegen Schalke 04 rüttelte am Vertrauensverhältnis. Der Verein sah sich zu diesem Schritt aufgrund »gewaltverherrlichender Elemente« gezwungen, die Ultras fühlten sich ihrer Fan-Freiheit beraubt.

Ein Teufelskreis?

Das, aber auch der Wunsch des Präsidiums im Spiel gegen RB Leipzig auf kritische Spruchbänder zu verzichten, sorgte für wachsenden Unmut. Mehrfach kritisierten die Ultras in der Vergangenheit, dass der Verein sich aus ihrer Sicht immer weiter von der Basis entferne. Dinge wie das Label als familienfreundlichster Klub seien wichtiger als die Leute, die Borussia auch in schweren Zeiten die Stange gehalten haben, so die Ultras in ihrem Spieltagsflyer vor dem Frankfurt-Spiel.

Nun also doch Verhältnisse wie in Köln, Hamburg oder Dortmund? Frei nach dem Motto: Ultras vs. Verein? Noch möchte dies in Mönchengladbach niemand beschreien. Man wolle gar nicht hofiert werden, hört man aus Ultrakreisen - oder den roten Teppich ausgerollt bekommen, sondern einfach ein bisschen mehr Wertschätzung. Die Vereinsführung hingegen, glaubt diese Wertschätzung an den Tag zu legen. Ein Teufelskreis?

»Bis sich grundlegende Dinge geändert haben«

Der Verzicht des organisierten Supports scheint jedenfalls eine Art Machtprobe zu sein. Die Ultras wollen ihn laut Kurvenflyer so lange aufrechterhalten, »bis sich grundlegende Dinge geändert haben«. Welche Dinge das sind? Das wolle man dem Verein bald mitteilen.