Wie Gladbach auf die Choreo-Zerstörung reagiert

Weder Verein noch Reinigungsfirma haben eine Erklärung

Klar ist: Bei der Reinigungsfirma ist diese Information nie angekommen. Gegenüber der »Rheinischen Post« erklärte ein Sprecher, die »mags« habe keinerlei Informationen erhalten, dass Choreo-Materialien bereits vor der Reinigung ausgelegt worden waren. Dementsprechend beseitigte die Putzkolonne gewissenhaft alles, was sie finden konnte.

Natürlich wirft der Fall Fragen auf. Wieso hält eine Reinigungsfirma eine 3.000 Quadratmeter große Fahne, die nach Angaben der Ultras »nur mit 40 bis 50 Mann getragen werden kann«, für Müll? Zumal in der Nordkurve bereits kleine Zettel ausgelegt worden waren, die den Fans am Dienstagabend den Ablauf der Choreografie erklären sollten. Weder der Verein noch die Reinigungsfirma haben dafür eine Erklärung. 

»Der Vorwurf, dass wir die Arbeit an einer Choreo nicht wertschätzen, ist aber abstrus.«

Die Gladbacher Ultras weisen jede Schuld von sich. Sie sehen den Fehler nicht nur bei der Reinigungsfirma. In einem Kurvenflyer erklärten sie die Choreo-Zerstörung gleich zum »Versagen des Vereins«. Zur Erklärung ergänzten sie: »Insgesamt stellen wir uns die Frage nach der Wertigkeit, die Borussia Mönchengladbach seiner Fanszene noch beimisst.« Der Verein positioniert sich klar gegen diesen Vorwurf. Geschäftsführer Stephan Schippers: »Natürlich verstehen wir den Ärger. In der Choreo steckt die Arbeit von zwei Wochen, dazu noch Kosten, für die wir gerne aufkommen werden. Der Vorwurf, dass wir die Arbeit an einer Choreo nicht wertschätzen, ist aber abstrus.«



Nichtsdestotrotz ziehen »Sottocultura« und die anderen Gladbacher Ultra-Gruppen Konsequenzen: Künftig werden sie in Heimspielen nicht mehr als Gruppe auftreten. Das heißt sie werden keine Stimmung organisieren, keinen Vorsänger stellen, keine Trommeln und Fahnen benutzen. Dazu haben die Ultras alle Privilegien abgegeben, die sie vom Verein bekommen haben: einen Container im Stadionumfeld, der als Lager für frei verkäufliche Fan-Artikel diente, sowie die vom Verein gestellte Mikrofonanlage. Künftig, so Sottocultura, wolle man sich verstärkt auf den Auswärtssupport konzentrieren. Trotz aller verständlichen Enttäuschung erscheint es fraglich, ob das dem Verein im Saisonendspurt hilft.