Wie Gladbach auf die Choreo-Zerstörung reagiert

Ultras vs. Verein

Ein Reinigungsdienst zerstört die aufwändige Halbfinal-Choreo der Gladbacher Ultras. Die wenden dem Verein den Rücken zu, der versteht die Welt nicht mehr. Was nach einem schlechten Drehbuch klingt, wird plötzlich ernst.

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DFB-Pokal-Halbfinals sind besondere Spiele. Solche, die der »normale« Fußballfan, der nicht gerade mit dem FC Bayern fiebert, nur ganz selten erlebt. Das gilt erst Recht, wenn der eigene Verein Eintracht Frankfurt oder Borussia Mönchengladbach heißt. Dachte sich auch die Mönchengladbacher Ultraszene – und hatte für das Pokal-Halbfinale am Dienstagabend Großes geplant. 

Eine Pokal-Choreo – angelehnt an den lang ersehnten Traum aller Gladbach-Fans: endlich mal wieder ein Finaleinzug. 22 Jahre liegt der letzte nun zurück, 1995 gewann die Borussia den DFB-Pokal. Gladbachs führende Ultragruppe »Sottocultura« wollte nun gegen Frankfurt an diesen letzten Titel erinnern. Vor Spielbeginn sollte eine große Blockfahne die Nordkurve, Heimat der hartgesottenen Fans, schmücken. Tragisch: Die Choreo wurde zerstört – vom Stadion-Reinigungsdienst. 

7.000 Euro teure, 3000 Quadratmeter große Choreo

Am Montag hatte die Reinigungsfirma »mags« die 3.000 Quadratmeter große Blockfahne, die die Ultras seit Ostern aufwändig gestaltet hatten, bei Aufräumarbeiten im Stadion gefunden, für Müll gehalten und zerstört. Bereits einen Tag zuvor hatte »Sottocultura« die Choreo-Materialien dort platziert – nach Angaben der Ultras war der Verein darüber in Kenntnis gesetzt.

Der Fanbeauftragte Thomas Weinmann stellt den Vorfall in einem Interview auf der Vereins-Homepage allerdings anders dar. Die Choreo-Vorbereitungen seien zwar angemeldet worden, es habe aber keine explizite Information über die frühzeitige Lagerung in der Nordkurve gegeben. »Vielleicht hätten wir uns das denken können, aber wir sind lediglich gefragt worden, wann die Reinigungsarbeiten abgeschlossen sind und haben geantwortet, dass dies am Montagnachmittag der Fall sein würde.« Trotzdem lagerte die 7.000 Euro teure Choreo bereits seit Sonntag im Stadion.