Wie geht es Ihnen in Australien, Markus Babbel?

»Das wird eine brutal schwierige Saison für die Bayern«

Wie bewerten Sie die derzeitige Krise des FC Bayern?

Ich glaube, dass sich das durch die ganze Saison durchziehen wird. Sie werden den Schalter nicht umlegen und wieder an den Fußball anknüpfen können, den sie zu Beginn der Saison gespielt haben. Dafür gibt es einfach zu viele Hinweise. Man merkt, dass sie sehr nervös sind. In der jüngeren Vergangenheit sind sehr interessante Sachen beim FC Bayern abgelaufen. Deswegen kann ich mir nicht vorstellen, dass sie da so mir nichts, dir nichts wieder in die Spur zurückfinden. Das wird eine brutal schwierige Saison für die Bayern.

Hertha und Hoffenheim etablieren sich immer weiter in der vorderen Tabellenhälfte. Wie beurteilen Sie die Tendenzen Ihrer Ex-Klubs in den vergangenen Wochen?

Dass Hoffenheim sich nun immer weiter vorne befindet, freut mich extrem. Sie spielen einfach einen extrem attraktiven Fussball. Genauso Hertha. Da muss ich sagen: Respekt! Die leisteneinen wirklich tollen Job. 

Und der VfB Stuttgart steckt wieder mitten drin im Abstiegskampf.

Der VfB ist für mich ein Verein, der für Offensiv-Fussball steht. Wenn man sich den Kader mal anschaut, sind das auch nicht gerade die Schlechtesten da vorne drin. Nichtsdestotrotz wird dann aber extrem defensiv orientiert gespielt – das hat mich überrascht. Der Verein hat in der Vergangenheit die Identität verloren. Mit Hannes Wolf hat Stuttgart sehr auf die Jugend gebaut. Dann war er weg und es kamen wieder extrem viele alte Spieler in die Mannschaft. Es ist ein Hin und Her. Jetzt hoffe ich natürlich, dass Markus Weinzierl das Ganze wieder in den Griff bekommt. Denn es ist ein fantastischer Verein, in dem fantastische Leute arbeiten. Ich würde es dem VFB Stuttgart und der Bundesliga wünschen, dass sie wieder die Kurve kriegen. Dafür müssen sie aber erst ihre Identität wiederfinden.  

Erwägen Sie, in die Bundesliga zurückzukehren? 

Derzeit macht es mir hier so viel Spaß, dass es für mich momentan überhaupt keine Diskussion für einen Wechsel gibt.