Wie Frankfurt sich ins Ziel rettete

Danke, Eintracht!

Beinahe wäre alles schief gegangen: Kurz vor der Ziellinie taumelten die Frankfurter Marathonmänner vor Erschöpfung, wären beinahe kollabiert. Doch Mainz 05 rettet die Eintracht nach Europa. Jetzt steht der nächsten famosen Saison nichts mehr im Weg.

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Manche Dinge ändern sich nie, selbst wenn man denkt, alles sei anders. 

Zum Beispiel, dass Eintracht Frankfurt nach einer überragenden Hinrunde doch noch einbricht. Mit beeindruckender Regelmäßigkeit schaffte es die SGE in den letzten Jahren, eine sehr gute Ausgangsposition zum Ende der Saison noch zu verspielen. Abgesehen von einem Jahr Zweitklassigkeit 2011/12 waren die Frankfurter Rückrunden in zehn Jahren nur zwei Mal besser als die entsprechende Hinserie. 

Dieses Jahr schien alles anders. Die Mannschaft spielte mit der als »Büffelherde« berühmt gewordenen offensiven Dreierkombination aus Sebastien Haller, Luka Jovic und Ante Rebic beeindruckenden Angriffsfußball. Fortuna Düsseldorf wurde mit 7:1 demontiert, Lazio Rom und Olympique Marseille waren in der Europa League nahezu chancenlos. Das System von Adi Hütter funktionierte vorne und hinten, in der Gruppenphase der Europa League hatte die Eintracht sechs aus sechs Spielen gewonnen und stand nach der Hinrunde in der Bundesliga mit 27 Punkte auf Rang sechs. Im Winter stießen Sebastian Rode und Martin Hinteregger zur Mannschaft. Alles schien zu funktionieren. Was sollte da noch passieren? 

»Normalerweise werden meine Mannschaften im zweiten Teil der Saison besser«, sagte Adi Hütter Ende 2018. Es gab keinen Grund, ihm nicht zu glauben.

Ein Marathonläufer kurz vor dem Kollaps

Gegen hochklassige Konkurrenz aus Dortmund, Gladbach oder Leipzig verlor die Eintracht kein Spiel zu Beginn der Rückrunde, gewann anschließend sechs Mal in Folge. Parallel dazu berauschten sich Mannschaft und Fans an unvergesslichen Europapokalnächten. Die Eintracht war auf Kurs Richtung Champions League – und hätte trotzdem fast alles verspielt. 

In der Schlussphase der Saison schien Frankfurt wie ein Marathonläufer, der das Rennen zu schnell angegangen ist und den auf dem letzten der 42,195 Kilometer jegliche Kräfte verlassen. Bis kurz vor Schluss noch auf dem Weg zu einer neuen persönlichen Bestzeit und einen Platz auf dem Podium, fängt er erschöpft an zu taumeln, tritt auf der Stelle, die Konkurrenten kommen näher und überholen ihn. 

Hätte sich der Mitläufer aus Mainz nicht erbarmt, der taumelnden Eintracht unter die Schulter gegriffen, sie ins Ziel getragen und dem im Vollsprint vorbeiziehenden Hoffenheim ein Bein gestellt, Eintracht Frankfurt wäre wenige Meter vor der Ziellinie kollabiert.