Wie Florian Kohfeldt Werder wiederbelebt hat

Direkt und präzise auf die Stürmer

3. Kruse und Bartels werden besser eingebunden

Von der offensiveren Rolle der Mittelfeldspieler profitierten zunächst vor allem zwei Angreifer: Max Kruse und Fin Bartels. Bis dieser sich schwerwiegend verletzte. Dennoch: Das Werder-Spiel ist unter Kohfeldt auf Kombinationen mit den Stürmern eingestellt. Sie sollen früh eingebunden werden, den Ball halten oder direkt auf die Mittelfeldspieler fallen lassen. Mit schnellen Klatsch-Pass-Kombinationen soll das Mittelfeld überbrückt werden.

Es ist interessant zu beobachten, wie viele Ballkontakte die Bremer Stürmer bekommen. Das ist im modernen Fußball eher unüblich, haben doch die Verteidiger oder die Sechser häufig die meisten Ballaktionen. Bremen spielt den Ball jedoch direkt und präzise auf die Stürmer. Im nächsten Schritt muss es Werder nur noch gelingen, öfter in die Tiefe zu kommen und Anspielstationen hinter der Abwehr zu schaffen.

4. Kohfeldt baut auf Nouris Stärken auf

In einem Punkt musste Kohfeldt die Mannschaft nicht verbessern: Bereits unter Nouri verfügten die Bremer über eine defensive Grundstabilität. Nur zwölf Gegentreffer kassierte Bremen in zehn Spielen. Unter Nouri verteidigte die Mannschaft noch äußert mannorientiert.

Kohfeldt stellt das Team im 4-4-2 etwas raumorientierter auf, ohne dabei den Zugriff auf den Gegner zu vernachlässigen. Wenn die Mittelfeldspieler herausrücken zum Pressing, reagiert das gesamte Team und geht mit. Kohfeldt kann sich hierbei auf die defensiven Abläufe verlassen, die sein Vorgänger installiert hat.

5. Werder ist flexibler

Kohfeldt wartet zumeist die Anfangsphase einer Partie ab,  und entscheidet dann oft situativ über die (Neu-)Ausrichtung seiner Mannschaft. So ist sein Team etwa auch in der Lage, bei Bedarf auf eine Fünferkette umzustellen.

Das ist ein Unterschied zum Beginn der Saison: Dort fehlte Bremen häufig der Plan B, wenn ihr Plan A schieflief. Mittlerweile haben sie das Selbstbewusstsein, im Zweifel während des Spiels zu reagieren. Bremen befindet sich aktuell auf dem aufsteigenden Ast. Kohfeldt mag vielleicht nicht die erste Wahl gewesen sein; die schlechteste war er auf alle Fälle nicht.