Wie es zum DFB-Urteil gegen rechte Cottbus-Fans kam

Offensiv gegen Rassismus

In der aktuellen 11FREUNDE-Ausgabe haben wir uns daran gemacht, die Geschehnisse seit dem vergangenen April aufzuarbeiten. Vertreter des SV Babelsberg erklärten, sich der Sportjustiz des NOFV nicht beugen zu wollen — obwohl ihrem Verein kurzzeitig gar der Zwangsabstieg angedroht worden war. Und ihre Fans unterstützten sie dabei mit wütendem Protest.

Aber auch die andere Seite sprach mit uns — die Verbandsoberen, die zwischenzeitlich fast zum Gespött der Fußball-Nation geworden waren. Einer zumindest dürfte sich über das Urteil des DFB freuen: NOFV-Sportrichter Stephan Oberholz war derjenige, der letztlich doch erstmals die Neonazi-Ausschreitungen der Cottbuser sanktionierte — und dann auf Widerstand in den eigenen Reihen stieß. Das Verbandsgericht kassierte sein Urteil wieder. Begründung: Verfahrenshindernisse.

Ein wichtiges Zeichen

Umso wichtiger ist es, dass der DFB nun endgültig geurteilt hat. Dabei geht es nicht in erster Linie um die 7.000 Euro Strafe, die Energie Cottbus aufgebrummt wurden und die hoffentlich in Präventions- und Aufklärungsarbeit gegen Rechts gesteckt werden. Vor allem ist das Zeichen ein Bedeutsames: Viele Jahre haben sich Neonazis und rechte Hooligans im deutschen Fußball wohl gefühlt und wurden in den Stadien geduldet. Erst seit einigen Jahren begreifen Verbände und Vereine zunehmend, dass ein offensives Vorgehen gegen solche Personen vonnöten ist, um Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierungen aus dem Fußball zu verbannen. Dazu haben nicht unwesentlich engagierte Vereine und Fanszenen wie in Potsdam-Babelsberg beigetragen.

Wenn diese nun dafür bestraft, Energie Cottbus aber folgenlos aus der Nummer gekommen wäre, hätte das langfristig zahlreiche Vereine verunsichern können. Ganz nach dem Motto: Lieber nichts gegen Nazis machen, am Ende haben wir die Probleme. Dem Urteil musste erst großer öffentlicher Druck vorausgehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Fußballverbände zukünftig souveräner reagieren.