Wie es ein Junge vom Bettler zum Nachwuchskicker seines Lieblingsklubs schaffte

Der Ampelkicker von Asuncion

Ein Junge aus bettelarmen Verhältnissen wird mit Fußball-Kunststücken an Verkehrsampeln zu einer lokalen Berühmtheit. Nun bekommt der Teenager die Chance seines Lebens bei seinem Lieblingsklub.

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Keinen Millimeter bewegt sich der Ball auf dem Rücken, als Ivan Genes zur Liegestütze auf dem Zebrastreifen ansetzt. Der Dreikäsehoch aus Asuncion hat seine Choreographie sekundengenau geplant: Ein paar Pirouetten, dazu ein paar Mal den Ball mit dem Fuß in der Luft halten und schließlich noch an den Autos vorbei, die Münzen einsammeln, wenn es den welche gibt. Für die Autofahrer mag die Ampelphase zu lange dauern, für Ivan ist jede Sekunde ein Kampf um Aufmerksamkeit und Münzen.

 

Bis vor kurzem war der 14-jährige Junge aus der paraguayischen Hauptstadt noch ein unbekannter bettelarmer Knirps, der versuchte, im täglichen Überlebenskampf gegen Hunger und Armut als Fußballartist über die Runden zu kommen. Als Schuhputzer habe er gearbeitet, sogar schon einmal dem milliardenschweren Staatspräsidenten Horacio Cartes in der Kathedrale die Schuhe geputzt. Dafür gab es ein Foto, aber eben nur wenig Geld. »Mit Schuhe putzen verdienst Du nichts, deswegen habe ich es mit Fußballakrobatik versucht.«



Die Tricks habe er sich selber beigebracht. Auch das war ein harter Kampf. In Streetbattles habe er sich gegen einen Freund durchgesetzt: »Ich konnte mehr Tricks.« Den Leuten gefielen seine Kunststücke am Zebrasteifen, immerhin warfen sie ein paar Münzen mehr ab als das Schuhe putzen. Einige Passanten gefielen Ivans Künste so gut, dass sie ein Video davon ins Netz stellten. Das sollte sein Leben von heute auf morgen verändern.

 

Es folgten Einladungen in TV-Shows, Interviews im Frühstücksfernsehen. Und natürlich muss Ivan etwas von seinem großen Traum erzählen: »Ich würde gerne mit Ronaldo bei Real Madrid oder Neymar bei Paris zusammenspielen«, berichtet er im Gespräch mit Nachrichtenagenturen und TV-Magazinen. 

Kein Geld für eine Schuluniform

Ein anderes Video zeigt allerdings auch das ganze Lebensdrama des kleinen indigenen Jungen. Während er in Lumpen den Ball hochhält, läuft eine Gruppe gleichaltriger Schüler an ihm vorbei. Allesamt eingekleidet in adretter Schuluniform jubeln sie Ivan zu. Doch der Junge aus dem Armenviertel Chacarita im Herzen von Asuncion hat kein Geld für eine Schuluniform.

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