Wie England auf den Pulisic-Transfer reagiert

Verändert sich Chelsea mit Pulisic?

Fans diskutieren nach Butlers Beobachtungen deshalb auch über den Preis, den Chelsea bereit ist, für Pulisic zu bezahlen. »Aber welche Rolle spielt das schon bei Klubs wie Chelsea? Bournemouth hat gerade 19 Millionen Pfund für Dominic Solanke ausgegeben. In diesem Land existiert Geld einfach nicht mehr in normalen Dimensionen.«

Wandel in Westen Londons

Chelsea-Direktorin Marina Granovskaia nannte Pulisic derweil »einen von Europas gefragtesten jungen Spielern«. Mit gerade einmal 20 Jahren habe er das Potenzial, »ein wichtiger Chelsea-Spieler für viele Jahre« zu werden. An der Stamford Bridge hat seit dieser Saison ein neuer Trainer das Sagen: Der knurrige Italiener Maurizio Sarri gilt als Perfektionist und Fußball-Philosoph mit Hang zu einer schwungvollen Offensive. Sein auf hohes Pressing und Ballbesitz getrimmtes System dürfte Pulisic liegen. Pulisic selbst sagte im Trainingslager des BVB: »Ich glaube, dass die Art und Weise, wie sie Fußball spielen, sehr gut zu mir passt.«

In London soll Christian Pulisic Teil eines Wandels werden. Spieler wie Willian und Pedro sind in ihren Dreißigern, ihre Verträge laufen im Sommer 2020 aus – ebenso wie der von Superstar Eden Hazard, dem schon länger Interesse an einem Wechsel nachgesagt wird. Mit Callum Hudson-Odoi ist ein junger und vielversprechender Flügelspieler zudem auf dem Sprung zum FC Bayern München. Der in England lebende deutsche Journalist Raphael Honigstein schrieb bereits im Sommer für »ESPN«: »Es ist nicht der Spieler Pulisic, den andere Klubs begehren, sondern der Spieler, der er einmal werden dürfte.«

Pulisic und die britische Vergangenheit

Als Kind hat Pulisic übrigens schon einmal in England gelebt. Er hat dort sogar Fußball gespielt, bei seinem lokalen Klub Brackley Town nördlich von Oxford. Als Achtjähriger ging er dann mit seiner Familie zurück in die Vereinigten Staaten. »Ich war nervös, als ich nach England kam, mit Soccer und allem. Aber als ich dann wieder weg ging, vermisste ich es sehr. Ich vermisste diese Kultur«, wurde er zuletzt von verschiedenen Medien zitiert. »Und als ich wieder in den USA war, wollte niemand mit mir Soccer spielen. Es war anders.«

Als Spieler des Chelsea Football Club hat er bald die Chance, seinen Teil dazu beizutragen, dass es zukünftige Generationen junger Fußballer in seiner Heimat leichter haben.