Wie England auf den Pulisic-Transfer reagiert

Pulisic und der US-Markt

Über ein mögliches Scheitern macht sich das amerikanische Portal »NBC Sports«keine Sorgen. Pulisic ist mit 64 Millionen Euro der mit Abstand teuerste Spieler in der Geschichte des US-Soccer; er löst damit John Anthony Brooks ab, für den der VfL Wolfsburg 2017 rund 17 Millionen plus Boni bezahlt hatte. Den Wechsel in die weltweit so populäre Premier League feierte das Portal als »einen monumentalen Moment für den amerikanischen Fußball« und erklärte Pulisic auch gleich mal zu Eden Hazards Thronerben.

Vermarktungspotenzial

Eine arg optimistische Prognose, oder hat der Autor auch nur das Vermarktungspotenzial erkannt, das sich den Londonern mit Pulisic eröffnet? »Chelsea ist nicht dumm. Sie haben sich gerade den besten Spieler gesichert, den die Vereinigten Staaten jemals hervorgebracht haben, und sie werden ohne Zweifel versuchen, Pulisic dort zu vermarkten, um ihre Präsenz in den USA und Nordamerika zu boosten.«

Für das Nationalteam der USA hat Pulisic in 23 Länderspielen neun Tore erzielt. Die Hoffnung der an Fußball interessierten Amerikaner, nach dem Verpassen der Weltmeisterschaft 2018 wieder erfolgreichere Zeiten zu erleben, ruht zum größten Teil auf seinen Schultern. Sollte er es in England zu größerem Erfolg bringen als vor ihm Spieler wie Clint Dempsey oder Claudio Reyna, könnte er zum ersten echten Fußball-Weltstar der USA werden.

»Warum hat Chelsea ihn gekauft?«

Wie aber wird der bevorstehende Wechsel in England bewertet? »Die Reaktionen sind gemischt«, ordnet der Londoner Fußball-Journalist Andrew Butler im Gespräch mit 11FREUNDE ein. »Viele Fans kennen ihn schon, also ist es cool, dass er in die Premier League kommt. Aber einige sind auch skeptisch: Warum hat Chelsea ihn gekauft? Aus welchem Grund?« Die Skepsis habe auch mit dem Erfolg des jungen Briten Jadon Sancho beim BVB zu tun. Die Gretchenfrage lautet, warum sich die Londoner für einen Spieler entschieden haben, der sich zuletzt nicht durchsetzen konnte gegen Jadon Sancho, einen britischen Juniorenspieler.