Wie ein YouTube-Team den englischen Fußball aufmischt

In zehn Jahren Champions League?

Screenshot YouTube: Hashtag United

Hashtag United ist längst eine Marke geworden. Eine Marke, die mit ihrer enormen Fanbase laut Spencers Bruder und »Commercial Director« Seb Carmichael-Brown »dem englischen Non-League-Footbal ein völlig neues Publikum eröffnet hat.« Spencer und Seb arbeiten mittlerweile beide Vollzeit für ihr monetisiertes Hobby. Es gibt Werbepartner und einen Trikot-Deal mit Umbro. Spencer Owen hat Visionen und Pläne, die einem Online-Fußballmanager nicht unähnlich scheinen.

»Die Sunday League ist großartig,« erzählt Owen in einem neueren YouTube-Video. »Sie ist für jeden zugänglich. Es sind halbwegs ordentliche Teams dabei und auch eine ganze Menge weniger guter. Sie ist voll von Tacklings, die viel zu spät kommen, von fragwürdigen Schiris, von Auswechselspielern, die an der Seitenlinie durchdrehen und von fatalen Aussetzern in der Hintermannschaft. Was die Sunday League aber nicht bieten kann ist die Chance, das Ding groß zu machen. Die Chance, durch eine Liga durchzugehen und davon zu träumen, die Football League zu erreichen, die Premier League und vielleicht sogar die Champions League.«

»Endlich leben wir unseren Traum«

Nach sechsmonatigem Hin und Her mit der FA verkündete Hashtag United im Juni dieses Jahres die Teilnahme des Clubs am normalen Liga-Betrieb, der sogenannten »League-Pyramid«. »Endlich leben wir unseren Traum«, freut sich Owen. United wird seine Heimspiele im Rund der Haringey Boroughs austragen, ein 2500 Seelen fassendes Stadion im Londoner Stadtteil Tottenham. Im Kader steht mit Tom Williams ein Spieler, der 2006 sogar ein A-Länderspiel für Zypern machen durfte.

Nach elf gespielten Partien steht Hashtag United in seiner ersten offiziellen Spielzeit direkt an der Tabellenspitze. Das Team spielt im Moment neun Ligen unter den Kollegen von Manchester United, den Spurs oder West Ham. »Sagen wir, dass wir die Liga neun Mal nacheinander gewinnen, dann wären wir in der Premier League.« Und man weiß ja, beim Online-Fußball ist vieles, um nicht zu sagen alles möglich. Ob dann noch viele aus der YouTube-Spaßtruppe übrig geblieben sind oder ob die »Hashtaggers« dann ein Premier League-Team wie jedes andere geworden sind bleibt abzuwarten.