Wie ein Pappaufsteller aus Mexiko zur WM in Russland gereist ist

Wie Papp-Javier das Internet erobert

Da echte Freunde niemanden zurücklassen, fanden die Verbliebenen einen Weg, um Javier an ihrer Irrfahrt um die halbe Welt teilhaben zu lassen - als Pappaufsteller. Mit dem Schiff ging es einmal quer über den Atlantik bis Bremerhaven.

Von dort aus startete ein 18-tägiger Roadtrip nach Moskau, bei dem Papp-Javier, der von seinen Freunden mit dem Schriftzug »Meine Frau hat mich nicht gelassen« versehen wurde, sich als unternehmungslustiger Geselle präsentierte: Javier im Restaurant, Javier beim Tretbootfahren, Javier als Barkeeper und natürlich Javier umzingelt von schönen Frauen.

200.000 Fans auf Facebook

Ihre Erlebnisse dokumentiert die Crew von »La Bendición«, zu der auch ein Kanadier und ein Chilene gehören, die sich dem mexikanischen Quartett in Europa kurzerhand anschlossen, auf einer eigens für die Reise eingerichteten Facebook-Seite. Schließlich soll der echte Javier auch etwas von der Reise haben.

Inzwischen werden die Abenteuer des Pappaufstellers nicht nur von Javier und seiner - hoffentlich mit einem Sinn für Humor gesegneten - Frau verfolgt, sondern von mehr als 200.000 Menschen auf Facebook.

Stoischer Jubel

Und auch in den Straßen Europas sorgt der farbenfrohe Bus mit dem zweidimensionalen Mitfahrer für Aufsehen. »Die Leute lachen, machen Fotos und fragen uns, was es mit diesem Bus auf sich hat«, erzählt Mitfahrer Daniel Garza. Für Héctor Galindo geht es vor allem darum, »die mexikanische Kultur in alle Länder zu tragen, die wir auf unserem Weg durchqueren«.

Trotz längerer Aufenthalte in Amsterdam, Berlin und Krakau rollte der Bus, dessen Inneneinrichtung inklusive Fernseher und Sofa an eine Folge von »Pimp my Ride« erinnert, pünktlich in der russischen Hauptstadt ein. Dort bejubelten die Weitgereisten aus Mexiko auf Moskaus Fanmeile den Sensationssieg ihrer Mannschaft gegen Noch-Weltmeister Deutschland. Einzig Javier verzog keine Miene.