Wie ein Oldenburger Trainer von seiner Entlassung im Internet erfuhr

»Ich habe ja noch alle Schlüssel, die Leibchen und Bälle«

Auch bis zum Montagabend hat sich vom TSV Oldenburg niemand bei Ekmescic gemeldet. Hätte er nicht durch die Zeitung von seiner Entlassung erfahren, er wäre wahrscheinlich zum Trainingsplatz gefahren. Erklären kann sich der Trainer die Entscheidung nach der dritten Saisonniederlage immer noch nicht. »Wir sind Tabellensechster. Klar, wir haben zu Saisonbeginn ein bisschen für Furore gesorgt und uns ein zur Euphorie verleiten lassen, aber deshalb sind wir ja noch nicht Aufstiegskandidat. Wir sind ja keine Profis.«

Vom Flughafen zum Spiel 

Zumal Ekmescic für den Leistungseinbruch in den vergangenen Wochen wenig konnte. Der Ex-Profi vom HNK Rijeka, Union Berlin und VfB Oldenburg (Torschützenkönig 2003) reiste vor zwei Wochen in die kroatische Heimat, um seinen Vater zu beerdigen. »Es hat etwas länger gedauert, das tut mir leid, aber ich musste mich um einige Angelegenheiten kümmern. Am Sonntag gegen Holthausen bin ich direkt vom Flughafen zum Sportplatz gefahren«, sagt Ekmescic.

Auf einen Anruf wartete er bis zum Abend vergeblich. Irgendwann, da ist sich Ekmescic sicher, würden sich die Verantwortlichen aber schon melden: »Ich habe ja noch alle Schlüssel, die Leibchen und Bälle. Die wollen die doch sicher wiederhaben.«

»Noch macht's ja Spaß«

Vielleicht besteht Gelegenheit zum Austausch, wenn Ekmescic wieder als Trainer auf dem Oldenburger Sportplatz auftauchen würde. Dann aber beim Gegner. »Mit ein paar Vereinen besteht ja immer Kontakt. Schauen wir einfach mal, noch macht’s ja Spaß.« Soviel steht fest: Seinen Humor hat Boris Ekmescic noch nicht verloren.