Wie ein Non-League-Keeper unglaubliche 1.250 Spiele absolvierte

Die alte Katze

Seit 1250 Spielen steht Amateurkeeper Paul Bastock im Tor und knackte damit einen englischen Rekord. Ans Aufhören denkt Bastock noch nicht. Denn er hat noch einen letzten Traum.

twitter.com/wisbechtownfc

»Alte Frau trainierte 65 Katzen, um ihre Nachbarn zu bestehlen«, lautet die Überschrift eines der zurzeit beliebtesten Texte im weltweiten Internet. Das liegt zum einen daran, dass sich alle Leser fragen, wie das Kunststück, eine einzige Katze zu erziehen, 65 Mal zu vollführen ist. Und zum anderen, weil jeder wissen will, wie eine eine 83-jährige Dame so viel kriminelle Energie besitzt - und wie viel sich damit verdienen lässt.

Überliefert ist das nicht

Leider ist der Artikel völliger Humbug. Ausgedacht von einer Website, die auch »Nachrichten« anbietet wie zum Beispiel, dass erst kürzlich ein Bombenräumkommando in San Francisco ein Artilleriegeschütz aus dem Rektum eines jungen Mannes holte und dass ein 215 Kilo schwerer Lehrer aus Iowa suspendiert wurde, weil er sich auf das Gesicht eines Schülers setzte und … aber lassen wir das.

Denn fast genauso unglaublich, dafür aber wahr, ist die Geschichte von Paul Bastock, der - Achtung, Überleitung! - innerhalb seines Vereins nur als »die alte Katze« bekannt ist. Ob es daran liegt, dass sich der Torhüter trotz seiner 47 Jahre noch immer so geschmeidig bewegt oder weil er gerne Stürmern den Ball von den Füßen fischt - überliefert ist das nicht.

Ein letztes Ziel

Fest steht aber: Der Mann aus der Nähe von Peterborough hat an diesem Wochenende einen einsamen Rekord geknackt und sein 1.250 Pflichtspiel in einem Wettbewerb der britischen Football Association absolviert. Am Saisonende werde Bastock zwar seine Handschuhe wahrscheinlich an den Nagel hängen. Ein letztes Ziel verfolge er aber noch.

Dabei lesen sich die Stationen des 47-Jährigen schon jetzt wie ein Tagebucheintrag eines Wanderers auf der Suche nach dem Hadrianswall. Cambridge United, Boston United und jetzt Wisbech Town sind nur drei von 17 Vereinen, für die Paul Bastock seit seinem Debüt 1988 schon zwischen den Pfosten stand. Natürlich allesamt Non-League-Teams. Und trotzdem hofft Bastock, der Mann mit den kurzgeschorenen Haaren und blonden Augenbrauen, dass er zum Karriereende noch einmal im geschichtsträchtigen Wembley auflaufen dürfe.