Wie ein MLS-Klub einen Spieler gegen seinen Willen verschiffte

Gegen jeden Willen

Sind Fußballer die modernen Leibeigenen? Wer in die us-amerikanische MLS blickt, könnte das denken. Ein Spieler muss gegen seinen Willen und trotz schwerkranker Tochter umziehen.

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Geld regiert die Welt. Im Fußball ist sehr viel Geld. Und die USA und das Geld sind sowieso eine verrückte Sache - anders ist der Aufstieg eines mandarinorangenen Kandidaten zum Präsidenten sowieso nicht zu erklären. Wenn aber alles zusammenkommt, also Geld, Fußball und die USA - dann wird es besonders traurig.

Nationalspieler und Papa

Eigentlich hat Laurent Ciman in seinem Leben alles richtig gemacht. Als belgischer Juniorennationalspieler nahm er an den Olympischen Spielen 2008 teil. Über den FC Brügge und KV Kortrijk ging es zu Standard Lüttich. Zwischendurch gewann der 19-fache Nationalspieler den belgischen Pokal und seine Tochter wurde geboren. Wenige Monate später musste Ciman begreifen, dass sportlicher Erfolg manchmal eben doch nicht alles ist. Seine Tochter leidet unter Autismus.

Eine Entwicklungskrankheit, die Probleme im sozialen Umgang und in der Kommunikation bereitet. Patienten fällt es schwer Beziehungen mit Mitmenschen einzugehen und deren Verhalten richtig zu deuten. Oftmals sind sie auf streng geregelte Tagesabläufe angewiesen, um nicht aus dem Konzept zu geraten.

Die besten Mediziner sind in Kanada

Und weil Ciman in seinem Leben als Fußballer schon einiges gesehen hatte, vielleicht weil sich auch die sportlichen Erfolge nicht einstellten, gingen er und seine Familie nach Montreal, Kanada. Dort erwartete seine Tochter die beste medizinische Versorgung. Und genau damit ist jetzt - womöglich - Schluss. Der Grund liegt im System der amerikanisch-kanadischen Profiliga.

»Laurent ist ein großartiger Verteidiger, der Führungsstärke und eine gute Ballverteilung mitbringt«, freute sich dieser Tage Coach Bob Bradley, Vater von Michael Bradley und neuer Coach des Los Angeles FC.

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