Wie ein Flitzer durch einen Freistoß berühmt wurde

»Ihr Laufweg war länger als nötig – das lag am Alkohol«

Zwar reagierten die Ordner im Upton Park aus nachvollziehbaren Gründen kompromisslos, dafür zeigte der Richter Gareth Branston, der die Sache verhandeln musste, umso mehr Verständnis für die Aktion. 

Ein Auszug aus dem Urteilsspruch:

»An diesem Tag kamen  35 000 Fans ins Stadion, um sich von 22 Männern unterhalten zu lassen. Irgendwann während des Spiels stürmte ein junger Mann in einem karierten Shirt und roten Converse auf das Feld – das waren Sie. Sie wurden nicht dafür bezahlt, die Leute im Stadion zu bespaßen und verübten eine Straftat. Sie rannten 70 Yards über das Feld, verfolgt von mehreren Stewards, von denen einer hinfiel. Ihr Laufweg war länger als nötig – das lag am Alkohol. Zu dem Zeitpunkt als Sie den Ball erreichten, waren Sie bestimmt schon etwas erschöpft, aber eines muss ich Ihnen ›You did bend it like Beckham‹.« 

Um eine Strafe kam Jordan Dunn trotz seines beckhamhaftigen Freistoßes nicht herum. Branston belegte ihn mit einer Geldstrafe von 305 Pfund. Von einem Stadionverbot sah der Richter ab.

Geldstrafe per Schwarmfinanzierung abgezahlt

Dunn, der als Hotelrezeptionist arbeitet, und 305 Pfund nicht mal eben so bezahlt, startete einen Aufruf auf einer Crowdfunding-Plattform, um die Strafe zu begleichen. Das Geld war innerhalb von drei Tagen zusammen. Dazu bedankten sich die Spender bei dem West-Ham-Fan und bekundeten ihre Sympathie. »Das war der beste Freistoß seit langem, den ich in Upton gesehen habe«, schrieb ein User.

Dunn selbst äußerte sich nur einmal öffentlich zu seinem Streich. Während der Gerichtsverhandlung befragte ihn der Richter zu seinem Motiv für die Tat. Dunns Antwort war knapp bemessen: »It was just a moment of madness«. So kann man es auch beschreiben.