Wie ein Flitzer durch einen Freistoß berühmt wurde

»You did bend it like Beckham«

Flitzer beim Fußball sind heutzutage das normalste auf der Welt. Aber dieser Kollege spazierte nicht verträumt über das Feld, sondern überzeugte alle von seinem Zauberfuß. Der Richter, der die Sache später verhandelte, verglich ihn mit einem ganz Großen.

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Flitzer gab und gibt es viele. Meistens stürmen sie besoffen auf den Platz, tollen freudestrahlend über die Wiese oder versuchen einen kurzen Moment mit ihrem Idol zu erhaschen. Auch Jordan Dunn war bei seinem Ein-Mann-Platzsturm betrunken. Nach eigener Aussage hatte er zuvor sechs Pints im Pub gekippt. Für all die Stars, die auf dem Feld standen, hatte Dunn danach jedoch nur wenig Interesse. Als er den Rasen betrat, hatte er nur Augen für den Ball. Und so rannte der 22-Jährige am ersten Spieltag der Premier League beim Spiel zwischen Tottenham und West Ham ebenso zielstrebig wie -sicher auf das zum Freistoß bereit liegende Spielgerät zu. 

Drei Ordner im Nacken

Im vollen Sprint, drei Ordner im Nacken, hetzte der Flitzer am gerade Anlauf nehmenden Christian Eriksen vorbei und trat den ruhenden Ball kurzerhand selbst. Zur Verwunderung aller Anwesenden – einschließlich Dunn selbst – gelang ihm das erstaunlich gut. Der Ball erhob sich sanft über die Mauer und visierte das rechte Dreiangel an. Dass die Kugel nur in Zeitlupe unterwegs war und letztendlich von West-Ham-Keeper Adrian lässig aus dem Winkel gefischt wurde, tat der Stimmung keinen Abbruch. Auch der Schütze selbst entschied sich die Parade des Torwarts gekonnt zu ignorieren und stattdessen lieber in der Kurve zu feiern. Da hatte er die Rechnung aber ohne die humorbefreiten Sicherheitsleute gemacht, die keine Sekunde zögerten, den Kunstschützen aus seinen roten Turnschuhen zu grätschen.