Wie ein englischer Amateurklub für Gleichberechtigung kämpft

Gleiches Geld für alle!

Fußballerinnen verdienen noch immer deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Außer beim Lewes FC, ein Klub aus England, der jetzt Fußballgeschichte schreibt.

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Wenn über Fußball gesprochen wird, ist in 99,9 Prozent der Fälle vom männlichen Fußball die Rede. Oder hast du am Montag das Eröffnungsspiel der deutschen Frauen bei der EM gegen Schweden gesehen? Ertappt! Aber: Wir sind ebenso schuldig. Frauenfußball findet nicht nur hierzulande, sondern weltweit, immer noch als Randsport statt. Ein Umstand, der sich jeher auch in den Gehältern niederschlägt.

Während jeder Bundesligaspieler von seinem Gehalt mehr als gut leben kann, gehen diverse Spielerinnen der Frauenbundesliga neben ihren Hauptbeschäftigungen noch Nebenjobs, Ausbildungen oder Studiengängen nach. Manche wollen sich ein zweites berufliches Standbein aufbauen – die meisten müssen es. 

Historisches in Süd-England

Ein Umstand, gegen den der Lewes FC nun ankämpft. Die Frauen des 1885 gegründeten Klubs spielen derzeit in der Süd-Division der Premier League, sprich der dritten Liga. Die Männer treten in der Isthmian League an – der achten Liga. Was die Gehälter angeht, spielen beide Teams ab sofort jedoch auf Augenhöhe.

Denn mit der Kampagne »Equality FC« gaben die Südengländer bekannt, dass ihre Männer- und Frauen-Teams von nun an die gleichen Löhne erhalten. Der Lewes FC ist damit der erste professionelle und nicht-professionelle Fußballverein weltweit, bei dem das Geschlecht auf dem Gehaltscheck keinen Unterschied ausmacht. Den Namen der Kampagne werden beide Mannschaften in der kommenden Saison auf der Brust tragen.

»Indem wir beide Teams gleichwertig bezahlen und die gleichen Möglichkeiten fürs Coaching, Training und die Infrastruktur bereitstellen, hoffen wir, ein Zeichen setzen zu können, das für ein Ende der Ausreden rund um die unausgeglichene Bezahlung sorgt«, wird Lewes-FC-Director Jacquie Agnew vom Guardian zitiert.