Wie Domenico Tedesco Peter Bosz in nicht mal einer halben Stunde auscoachte

Die vergebene Chance

Akt 2: Die vergebene Chance
Die Folge war zunächst kein Schalker Sturmlauf, im Gegenteil: Durch die extrem offensive Rolle der Außenverteidiger fand Dortmund nun Raum vor, gerade auf den Flügeln. Sie liefen außerdem weiter früh an, was Schalkes Ballbesitz-Versuche zunächst unterband. Gerade die Einbindung von Ralf Fährmann war kritisch, wie die riesige Chance von Aubameyang bewies (58.).

Schalke kam dementsprechend eher selten über das Ballbesitzspiel in die gegnerische Hälfte. Stattdessen schlugen sie viele lange Bälle oder versuchten, das Dortmunder Pressing über die Flügel aufzulösen. Sie setzten sehr bewusst auf hohe Hereingaben auf Stürmer Guido Burgstaller. Dortmund zeigte sich hier anfällig: Bei den ersten beiden Gegentoren durften die Schalker Angreifer völlig unbedrängt abschließen.

Akt 2: Die rote Karte
Bosz spürte, dass seiner Mannschaft die Partie zu entgleiten drohte. Nach dem 2:4 wechselte er Marc Bartra (68., für Yarmolenko) ein und stellte damit auf das klassische 4-3-3 um. Die Idee dahinter war wohl, die Mannschaft mit dem altbekannten System mehr defensive Stabilität zu verleihen.

Nach nur drei Minuten war der Plan dahin. Pierre-Emerick Aubameyang sah die Gelb-Rote Karte, Bosz war gezwungen, wieder umzustellen. Dortmund verteidigte zunächst im 4-4-1, kurze Zeit später stellten sie sich in einem extrem defensiven 5-3-1 auf. Spätestens jetzt hatte Schalke die volle Kontrolle über das Spiel, Dortmund konnte keine Nadelstiche mehr setzen gegen Schalkes System.