Wie die fünf großen Ligen Europas mit ihrem Geld umgehen

Der »Big-5«-Club

Die Schweizer Forschungsgruppe »CIES Football Observatory« hat den jüngst abgelaufenen Transfersommer analysiert. Deutlich wird dabei vor allem eines: die Engländer haben es. Und geben es tonnenweise aus.

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Dass das Transferfenster des Sommers 2017 als das bisher maßloseste und anarchistischste in die Fußballgeschichte eingeht, ist nicht erst seit dem zweiten Mega-Deal von Paris Saint-Germaint klar. Experten und Kritiker, die zurzeit oftmals in Personalunion auftreten, glauben, dass aus der rasanten Entwicklung eine langfristige werden wird. Man solle sich also besser an die horrenden Summen gewöhnen.

Das CIES Football Observatory analysiert den Transfermarkt monatlich. Der aktuelle Report schaut sich den Zeitraum von 2010 bis 2017 an, richtet den Blick aber zeitgleich auch auf die Details der abgelaufenen Transferperiode. Es werden vor allem die großen fünf Ligen Europas – Spanien, England, Deutschland, Frankreich, Italien – verglichen. 

Riesen-Wachstum und »geizige« Bundesliga

Wie sehr die Preise in diesem Sommer angezogen haben, zeigt dabei der vergleichende Blick auf die Sommertransferphasen der vergangenen Jahre. 2010 gaben die Klubs der »Big-5« noch 1,4 Milliarden Euro für Transfers aus. Vier Jahre später, 2014, waren es 2,5 Milliarden. Im Sommer 2016 gaben die Vereine schon 3,7 Milliarden aus, 2017 waren es dann aber unfassbare 5,1 Milliarden Euro. Allein 1,4 Milliarden mehr als im vergangenen Jahr. Der Sprung ist gigantisch. 

Bildquelle: Football Observatory

Von den 5,1 Milliarden, die in diesem Sommer umgesetzt wurden, laufen alleine 1,771 Milliarden auf die englische Premier League zurück. Auf Platz zwei liegt, »dank« des AC Mailand, die Serie A mit 1,109 Milliarden. Die Bundesliga rangiert knapp hinter der spanischen LaLiga auf dem fünften und letzten Platz. Sie gab »nur« 671 Millionen Euro aus. 

Das Geld bleibt im kleinen Kreis

Dabei ist es interessant zu beobachten, wohin das Geld eigentlich fließt. Der Großteil wird nämlich innerhalb der fünf großen Ligen hin und her geschoben. 3,7 Milliarden, und somit 71 % der weltweiten Ausgaben, bleiben auch innerhalb der »Big-5«. Aber: nur bei etwas mehr als der Hälfte aller Transfers der »Big-5«-Teams wurden auch Spieler verpflichtet, die zuvor schon bei einem Team innerhalb der »Big-5« unter Vertrag standen – ein Ungleichgewicht. Die simple Erklärung dafür: die Transfers zwischen den Teams der »Big-5« sind oftmals überdurchschnittlich teuer. Siehe die Wechsel von Neymar (für 222 Millionen von Barcelona nach Paris), Kylian Mbappé (für insgesamt 180 Millionen von Monaco nach Paris; die richtig großen Zahlungen werden erst nach Ende der Leihe fällig) und Ousmane Dembélé (für 105 Millionen von Dortmund nach Barcelona). 

Bildquelle: Football Observatory

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