Wie die Champions-League-Millionen den Wettbewerb zerstören

Zu Tode siegen

Heute startet Hoffenheim in die Champions League. Es geht um den Einzug in einen Wettbewerb, der den europäischen Fußball völlig aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Viele Ligen sind abgehängt oder zu Monokulturen geworden - auch die Bundesliga ist in Gefahr.

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1, 349 Milliarden Euro hat die Uefa in der Saison 2015/16 unter den 42 Klubs verteilt, die an der Champions League teilgenommen haben. Drei Millionen Euro gab es sogar für jene, die in den Playoffs scheiterten. Die Champions League bedeutet einen ungeheuren finanziellen Segen für alle, die daran teilnehmen. Sie sorgt aber auch dafür, dass der Wettbewerb vielerorts nicht mehr richtig funktioniert. So ist im Zeitalter der Champions League auch in jenen Ligen eine Klasse der Serienmeister entstanden, wo es das früher nicht gab. Griechenland mit Olympiakos Piräus und der FC Basel in der Schweiz sind klassische Beispiele dafür, sie wurden gerade zum siebten bzw. achten Mal hintereinander Meister.

Auch große Klubs in starken Ligen wie der FC Bayern, Manchester United oder der FC Barcelona sind eindeutig Profiteure der Champions League. Die zusätzlichen Geldflüsse haben ihnen einen immensen Wettbewerbsvorteil verschafft. Zusätzlich verstärkt wird der Effekt durch steigende Sponsoreneinnahmen und üppige Erlöse im Merchandising. Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass kleinere Ligen und Klubs von dort abgehängt werden. Roter Stern Belgrad etwa, noch 1991 Gewinner des Landesmeisterpokals, hat sich bis heute nicht für die Champions League qualifizieren können. Und so traditionsreiche Fußballnationen wie Polen und Bulgarien sind jeweils nur drei Mal in 25 Jahren vertreten gewesen. 




Auch die zweite Grafik zeigt: Wirklich spannend ist es - auch aufgrund der Champions League - in vielen Ligen nicht.

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