Wie Deutschlands U21 das Sturmproblem lösen will

Sabiri? Iyoha? Nmecha?

Deutschlands U21 strotzt vor prominenten Namen – allerdings nicht auf der Stürmerposition. Dort sind Erstligaprofis Mangelware. Also muss Stefan Kuntz kreativ werden. Aber wer sind Abdelhamid Sabiri, Emmanuel Iyoha und Lukas Nmecha?

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Die Verteidiger von Norwegens U21 waren heillos überfordert, als sie versuchten, Cedric Teuchert aufzuhalten. Immer wieder flitzte er im richtigen Moment los, überlief seine Gegenspieler. Dreimal scheiterte Teuchert an Torwart Sondre Rossbach, Im vierten Versuch saß sein Schuss, Deutschland führte 1:0. Das war im November 2018. Trainer Stefan Kuntz und sein Team sicherten sich mit dem 2:1-Sieg die Teilnahme bei der U21-Europameisterschaft in Italien und San Marino. Und Cedric Teuchert war ihr Top-Torschütze – sieben Tore in sieben Quali-Spielen.

Es war die vorerst letzte Chance für Teuchert, in der U21 zu glänzen. Die drei ausstehenden Länderspiele 2018 verpasste er wegen Hüftproblemen. Mittlerweile ist Teuchert wieder fit – in Stefan Kuntz’ Kader fehlte er dennoch. Der 22-Jährige hatte seinen Trainer selbst darum gebeten, nicht nominiert zu werden.

Der beste Scorer der U21 muss sich erst einmal darum kümmern, die Vereinskarriere beim FC Schalke 04 anzustoßen. Notfalls in deren zweiter Mannschaft. »Ich wollte unbedingt bei der U23 spielen, damit ich wieder in den Rhythmus komme«, sagte Teuchert über die vergangenen Wochen. Bei Schalke dümpelt seine Karriere dahin. 2019 lief er nur elf Minuten für das Profiteam auf – ein Kurzeinsatz in der Schlussphase des traurigen 0:7 gegen Manchester City.

So bleibt Stefan Kuntz mit Luca Waldschmidt nur ein einziger zentraler Stürmer mit nachgewiesenem Erstliganiveau. Leroy Sané, Timo Werner, Julian Brandt und selbst Kai Havertz werden mit ziemlicher Sicherheit bei der A-Nationalmannschaft bleiben – obwohl sie vom Alter her für das EM-Turnier im Juni spielberechtigt wären. Ansonsten muss der U21-Nationaltrainer auf der Suche nach Alternativen kreativ werden und neue, unbekannte Lösungen ausprobieren. Aus diesem Grund schafften es drei Namen in den Kader, die selbst gut-informierte Journalisten überraschten. Wer sind Abdelhamid Sabiri, Emmanuel Iyoha und Lukas Nmecha?

Abdelhamid Sabiri

Ein seltener Anblick - Abdelhamid Sabiri auf dem Platz für Huddersfield Town

»Was fehlt dem deutschen Fußball?« wurde Joachim Löw vergangene Woche gefragt. Der Bundestrainer antworte darauf nicht mit einer Generalabrechnung, nein, er konnte das Problem schnell auf einen bestimmten Spielertypus runterbrechen. »Eins-gegen-Eins-Spieler, die dürfen wir nicht verbieten, sondern müssen sie mehr fördern. Auch wenn sie mal Fehler machen«, sagte Löw. Abdelhamid Sabiri ist ein Offensivspezialist mit genau diesem Anforderungsprofil. Auf den Käfigplätzen Frankfurts lernte er, den Ball so präzise zu führen, als könne er selbst in einer Besenkammer noch fünf Gegenspieler ausdribbeln.