Wie der FC Bayern Barca schlagen könnte

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Bayern München trifft im Champions-League-Halbfinale auf ein kriselnden FC Barcelona. Wer presst stärker und kann seinen Gegner dominiern? In der Taktikvorschau wagen wir eine Prognose.

Ganz Fußballdeutschland debattiert, streitet und diskutiert. Uli Hoeneß‘ Urlaub in der Schweiz hatte wenig mit Skifahren zu tun und Mario Götzes letzte Reise nach München war wohl keine Sightseeing-Tour. Aber Halt! War da nicht noch irgendwas? Irgendein sportliches Großereignis? Achja, ein Champions-League-Halbfinale! Die Bayern empfangen am heutigen Dienstag die Über-Mannschaft der vergangenen Jahre, den FC Barcelona – und ihre Chancen auf einen Sieg stehen gar nicht schlecht.

Wer dominiert das Spiel?

Die aus taktischer Sicht entscheidende Frage wird sein, welches Team den Ballbesitz dominieren kann? Denn in diesem Duell treffen die zwei Teams mit den europaweit höchsten Ballbesitzwerten aufeinander. Gemäß einer alten, chinesischen Weisheit wissen wir aber: Nur ein Team kann den Ball haben.

Wie werden die Bayern das Spiel angehen? Werden sie auf Ballbesitz pochen und versuchen, Barcelona früh zu stören? Die Bayern verfügen über ein starkes Pressing, egal ob im 4-4-2 mit Thomas Müller neben dem Angreifer oder in einem 4-3-3. Allerdings könnten sich bei einer zu forschen Herangehensweise Räume für die Passvirtuosen aus Barcelona öffnen, die ohnehin das wohl ballsicherste Team der Welt sind. Werden sich die Bayern also etwas weiter zurückziehen als gewohnt, um Barcelona keine Kombinationsräume zu lassen?



Diese Frage wird über das Tempo des Spiels entscheiden. Wenn die Bayern früh pressen, dürfte es ein schnelles Spiel zweier Teams werden, die immer den Ball haben wollen. Ein Manko der Bayern ist sicherlich, dass mit Mario Mandzukic jener Stürmer gesperrt ist, der am stärksten gegen den Ball arbeitet. Mario Gomez und Claudio Pizarro verrichten ebenfalls viel Arbeit, stehen in diesem Punkt aber etwas im Schatten des nimmermüden Kroaten.

Barcelona hingegen hatte in dieser Saison seine Probleme mit dem Pressing. Jenes Team, das unter Pep Guardiola das Gegenpressing perfektionierte, kann mit seinem 4-3-3 nur wenig Druck auf den Gegner ausüben. Oftmals ziehen sie sich weiter zurück, als man es von ihnen gewohnt ist. Dadurch sind sie zwar nicht unbedingt defensiv anfälliger, jedoch gelingt es ihnen nicht so gut, den Gegner in dessen Hälfte einzuschnüren, da dieser sich leichter befreien kann als in der Vergangenheit – der AC Milan und Paris St. Germain haben es in der Champions League vorgemacht. Ihr starkes Pressing könnte bei einem offenen Spielverlauf ein Vorteil für die Bayern sein.