Wie der FC Augsburg in die Krise rutschte

Der wunde Punkt

Eigentlich fiel der FC Augsburg in der Fußball-Bundesliga nie auf. Doch jetzt kriselt es, der Verein stellte zwei Spieler frei. Was ist los beim FCA?

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Fast acht Jahre kickt der FC Augsburg nun bereits in der Bundesliga. Acht Jahre, in denen der Klub allenfalls durch seine Unauffälligkeit auffiel. Da ist die Bundesliga-Welt noch in Ordnung, dachten sich Fans aus Hamburg, Gelsenkirchen oder Köln.

Binnen einer Woche entpuppte sich die heile Welt als Fassade. Schlagzeile Nummer eins: Caiuby kehrte nicht aus dem Winterurlaub zurück, und als er dann doch wieder in Augsburg weilte, verbrachte er die Nacht direkt in der Disco.

Schlagzeile Nummer zwei: Trainer Manuel Baum bekam nach zuletzt zehn Spielen ohne Sieg in Jens Lehmann einen Aufpasser an seine Seite gestellt. Der Ex-Nationaltorhüter soll als Co-Trainer fungieren, überstrahlt mit seiner schillernden Vergangenheit aber seinen Chef. Ironischerweise schloss Lehmann aus diesem Grund einst ein Engagement als Co-Trainer in der Bundesliga aus: »Ich würde alle Aufmerksamkeit auf mich ziehen, das wäre nicht gut.«

Hinteregger trifft den wunden Punkt

Schlagzeile Nummer drei: Abwehrchef Martin Hinteregger goss nach der 0:2-Niederlage gegen Mönchengladbach Öl ins Feuer. Er könne nichts Positives über seinen Trainer sagen: »Ich weiß gar nicht, mit welcher Taktik wir spielten... Das ganze Jahr 2018 ist die Kurve nach unten gegangen.«

Die nackten Zahlen unterstreichen Hintereggers Aussage: Mit 15 Punkten befindet sich der FC Augsburg mitten im Abstiegskampf. Allerdings hatte in dieser Saison kaum ein Team so viel Pech im Abschluss wie der FC Augsburg. Laut der statistischen Methode »Expected Goals«, die die Qualität von Torchancen beurteilt, hat sich der FC Augsburg in dieser Saison mehr potentielle Torgelegenheiten erarbeitet als ihre direkten Gegner. Rein von der Anzahl und der Qualität der eigenen Torchancen müsste der FCA auf einem gesicherten Mittelfeld-Platz stehen.

Fehlerketten


Das betont auch Trainer Baum. Vor der Niederlage gegen Gladbach sagte er: »Wir reihen zu viele Fehler aneinander, die am Ende des Tages zu Gegentoren führen.« Und: »Wir sind davon überzeugt, was wir hier in Augsburg machen. Und wir wissen auch, wenn wir diesen Weg weitergehen, wird der Erfolg wieder kommen.«