Wie der Fan von morgen tickt

Taktische Analysen werden immer wichtiger

Nicht nur die Werte neben den Platz, sondern auch die Qualität drauf werden für die kommende Fangeneration immer wichtiger. Intensive taktische Analysen sind, nach Highlights, der Inhalt, den sie am liebsten konsumiert. Da traditionelle Fernsehprogramme oft keine tieferen Spielanalysen bieten, holen sich die jungen Fans diese Informationen vor allen Dingen auf Youtube und Facebook. Wenn also in Zukunft im Stadion seltener »Schieß doch!« gerufen wird, sobald ein Spieler den Ball über die Mittellinie treibt, liegt das nicht nur daran, dass alle Fans zuhause vor dem Laptop hocken, sondern, dass diejenigen, die im Stadion sind auch etwas mehr Ahnung haben.

Unter ihnen werden auch immer mehr Frauen sein. Nicht nur der Frauenfußball wird immer populärer – beispielsweise sahen 2017 über 35.000 Zuschauer das FA-Cup-Finale der Frauen live im Stadion - junge, weibliche Fans interessieren sich mehr für Fußball und gehen häufiger ins Stadion. 21 Prozent von ihnen mindestens einmal pro Monat. Und der Prozentsatz der weiblichen Fans, die sich aktiv in der Fanszene engagieren, ist höher als der Prozentsatz bei Männern.

Der andere junge Fan

Deswegen könnte man den typischen jungen Fan auch nicht als unbeweglichen Stubenhocker ohne soziale Kontakte beschreiben, sondern so: Am Vormittag steht sie in der Kurve bei ihrem Lieblingsverein aus der sechsten Liga, in der Hand ein Banner, das sich gegen Homophobie im Fußball richtet. Am Abend geht sie nach Hause, schaut sich das Spiel von Arsenal an, beachtet die taktischen Fehler, analysiert die Spielzüge und teilt ihre Einschätzungen auf Twitter mit ihren Freunden und Followern. Nach dem Spiel bereitet sie die nächste Choreographie für ihre Ultragruppe vor. Denn Fußball ist für sie mehr als ein Spiel, das 90 Minuten dauert.