Wie der DFB freiwillig auf Millionenzahlungen verzichtet

Nimm du es, ich hab es sicher!

Wie viel ist Fußball in Deutschland eigentlich wert? 26 Millionen Euro, sagt der DFB, will sich heute seinen umstrittenen Grundlagenvertrag absegnen lassen und auf viel Geld verzichten. Zulasten der Amateure.

imago

»Der DFB vertritt die Interessen seiner Mitgliedsverbände im In- und Ausland«, heißt es zu Beginn der Satzung des Deutschen Fußballbundes. Und genau dafür wurde er gegründet. Der große Dachverband sollte sich um die Belange der deutschen Fußballer kümmern, den Nachwuchs fördern und bald auch eine Deutsche Meisterschaft ausrichten.

Hundert Jahre später hatte sich das mit der Deutschen Meisterschaft erledigt. Im Dezember 2000 gründete sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL), die sich fortan um die 1. und 2. Bundesliga und deren Vermarktung kümmern sollte - und dafür einen Preis bezahlt.

Der DFB verzichtet freiwillig

Genau 26 Millionen Euro. So viel sieht der Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL als Pacht für die exklusiven Rechte an den ausgegliederten Ligen vor. »Dieser Vertrag dokumentiert die Einheit des deutschen Fußballs«, hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel jenes Schriftstück gerühmt, das die Finanzbeziehungen zwischen beiden Lagern klärt.

Doch der Grundlagenvertrag, der auf dem Bundestag in Frankfurt von den Landesverbänden erneut bestätigt werden soll, ist zum Politikum geworden. Denn allem Anschein nach verzichtet der DFB auf sehr viel Geld - und das freiwillig.

Zusatzvereinbarung

Eigentlich ist der Finanzausgleich zwischen DFB und DFL recht fair geregelt. Drei Prozent aller Vermarktungseinnahmen erhält der Deutsche Fußballbund von der Liga. Im Gegenzug überweist der DFB zwischen 15 und 30 Prozent aus Vermarktungseinnahmen der Nationalmannschaft an die Liga und deren Vereine.

Allein, das geht so nicht mehr auf.

Denn eine Zusatzvereinbarung, die nun auch den Delegierten des Bundestags vorliegt, führt die Vereinbarungen ad absurdum. Denn die zu zahlenden Beträge sind gedeckelt. Heißt: Wenn mehr Geld eingenommen wird, muss nicht mehr gezahlt werden. Ab einer bestimmten Summe ist einfach Schluss.

Immer sechs Millionen

Die DFL zahlt nie mehr als 26 Millionen Euro. Der DFB überweist im Gegenzug nie mehr als 20 Millionen Euro. Theoretisch könnte weniger gezahlt werden, wenn eine Partner weniger einnähme, realistisch ist das aber nicht. Seit Jahren hat die DFL stets die Differenz von sechs Millionen am Jahresende beglichen.