Wie der DFB die notwendige Regionalliga-Reform verschob

Keine Kritik, bitte

Der DFB hat eine grundsätzliche Reform der Regionalliga verpasst. Alle Meister steigen deshalb immer noch nicht auf. Aber keine Kritik, bitte.

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Wie gut hat der Deutsche Fußball-Bund im vergangenen Jahr gearbeitet? Eigentlich beantwortete diese Frage Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius diese Frage schon in der ersten Minute selbst. »Wir werden den Tagesordnungspunkt »Ehrungen« vorziehen. Und das Thema »Regionalligareform« nach hinten schieben - ich denke, dass damit alle einverstanden sind.«

Ein Kompromiss

Natürlich, alle waren sie einverstanden an diesem Vormittag im Frankfurter Congress Center, Saal »Harmonie«.

Eintracht in Frankfurt zu zeigen, war das Ziel des DFB. Denn der außerordentlich einberufene Bundestag hätte denkbar schlechter kaum starten können. Am Vorabend hatten Medien berichtet, dass keine weitreichende Einigung im andauernden Streit um die Regionalligareform erzielt werden konnte. Stattdessen: Ein Kompromissvorschlag.

Im Prinzip, so sah es der Antrag, der von allen 21 Landesverbänden kurzfristig eingereicht worden war, vor, würde sich an der Regionalligastruktur in den kommenden drei Jahren nichts verändern. Allein der Aufstiegsmodus wird leicht variiert. Mit einem festen Aufstiegsplatz für den Meister der Regionalliga Südwest. Zwei, per Losentscheid entschiedenen, weiteren festen Aufsteiger. Und einem Playoff-Spiel der Los-Verlierer. Der Grundsatz »Meister müssen aufsteigen« wird wieder nicht eingehalten.

Kritik sei nicht angebracht

Eine faule Konsensentscheidung? Nein, davon wollten die Granden des Deutschen Fußballverbandes nichts wissen. »Konsens zu finden, war nicht immer einfach«, gestand Vize-Präsident Rainer Koch ein und kam dann zu einem fragwürdigen Schluss: »Deshalb ist Kritik auch nicht angebracht.«