Wie der DFB das Finanzproblem in der 3. Liga lösen will

Überzeugt das die Vereine?

Der DFB beschreibt die Problematik in der 3. Liga mit »mangelhafter Planungssicherheit«, einer »Erhöhung der Verbindlichkeiten« und der »Abhängigkeit von einzelnen Geldgebern«. Darüber hinaus erhöht der DFB den Nachwuchsfördertopf, dessen Ausschüttung nun auch an Einsätzen von U21-Spielern gekoppelt werden kann.

Reicht das?

Doch das Financial Fairplay hat auch einen Haken. Zum einen können Vereine an Gelder des Topfes gelangen, wenn sie schon vorab mit einem negativen Finanzergebnis rechneten und dieses negative Ergebnis einhielten. Dann werden sie für ihre Planungssicherheit belohnt. »Nach den Erfahrungen und Werten der vergangenen Jahre würde aktuell rund ein Drittel der Klubs in der 3. Liga profitieren, der Bonus aus dem Financial Fairplay würde also durchschnittlich rund 80.000 Euro pro Verein betragen«, vermeldet der DFB. 80.000 Euro - eine nette Summe, die in etwa das Jahresgehalt eines guten Drittligaspielers decken dürfte.

Andererseits werden Vereine, die weiterhin riskant wirtschaften und sich über Darlehen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen, im Zweifelsfall nicht bestraft. Eine Sanktionsmöglichkeit bishin zum Ausschluss vom Wettbewerb, wie es bei der Uefa möglich ist, ist in der 3. Liga nicht vorgesehen. Fraglich, ob für diese Vereine der finanzielle Anreiz des Financial-Fairplay-Topfes groß genug ist. Auf Nachfrage von 11FREUNDE stellte der DFB klar, dass Vereine, die durch die Stundung von Rückzahlungen auf Mitgliederversammlungen eine positive Bilanz aufstellen konnten, dadurch nicht zusätzlich belohnt werden. Zinslose Darlehen würden in diesem Fall nicht zu den Erträgen gezählt, so der DFB.

Ein Baustein

Denn auch dem Verband sei klar, dass durch das Financial Fairplay die finanziellen Schwierigkeiten nicht gelöst seien. »Das Financial Fairplay ist ein Baustein in dem Bestreben, ein gesünderes Kostenbewusstsein in den Klubs zu schaffen und wirtschaftliche Vernunft zu belohnen«, heißt es in einer Mitteilung.