Wie Chapecoensé der Klassenerhalt gelang

Vamos Chapé

Vor einem Jahr war der Fußball in Chapecó am Boden. Bei einem Flugzeugunglück war fast die gesamte Mannschaft ums Leben gekommen. Jetzt feiert AF Chapecoense den für unmöglich gehaltenen Klassenerhalt.

twitter.com/chapecoensereal

Als die Nachricht am 28. November in Chapecó eintraf, herrschte Trauer, Verzweiflung und Wut. Die Maschine des LaMia-Flugs 2933, mit der die brasilianische Mannschaft Chapecoensé zum Endspiel der Copa Sudamericana gebracht werden sollte, war wenige Kilometer vor dem Flughafen abgestürzt. Ursache: Treibstoffmangel. 71 Menschen starben, darunter 19 Spieler des Klubs, die Trainer, alle Betreuer.

50 Särge im Stadion

In den Tagen darauf blickte die gesamte Fußballwelt auf Chapecó. Sie sahen die Verzweiflung und den Staatsakt mit 20.000 Trauergästen. Sie hörten vom verstorbenen Trainer Caio Junior, der nach dem Finaleinzug seiner Mannschaft gesagt haben soll: »Wenn ich heute sterbe, sterbe ich glücklich.« Und sie sahen die Särge der 50 Vereinsmitglieder, die ins Stadion getragen wurden.

An Fußball war zu diesem Zeitpunkt, natürlich, nicht zu denken.

Klassenerhalt

Umso erstaunlicher sind die Bilder, die heute Nacht aus der Kabine von Chapecoense gesendet wurden. Da steht eine Mannschaft, zusammengetrommelt zu Saisonbeginn aus allen Ecken des Landes, und feiert den für unmöglich gehaltenen Klassenerhalt. Drei Spieltage vor Saisonende.

Zu Beginn hatten sich alle Vereine der brasilianischen Serie A dazu bereiterklärt, dem Verein aus dem Bundesland Santa Catarina einen dreijährigen Abstiegsschutz zu gewähren. Chapecoense lehnte ab, wollte es aus eigener Kraft schaffen. Und lieh sich im Zuge einer »Lex Chapecoense« allein einige Spieler der bereitwilligen Ligakonkurrenten.