Wie Calderon Schuster abservierte

Der falsche Freund

Vor wenigen Tagen erteilte Real Madrids Präsident Ramon Calderon seinem Trainer Bernd Schuster noch eine Jobgarantie. Doch nun entließ er ihn achtkantig – nicht zuletzt, um den eigenen Rücktritt zu vermeiden. Wie Calderon Schuster abservierteImago Was Jobgarantien im Profifußball wert sind, weiß Bernd Schuster seit Dienstag ganz genau. Obwohl Klubchef Ramon Calderon den deutschen Trainer noch vor wenigen Tagen mit einer solchen Garantie bis zum Saisonende ausgestattet hatte, wurde der Europameister von 1980 beim spanischen Rekordmeister Real Madrid vor die Tür gesetzt.

[ad]

Doch Jobgarantie hin oder her - der Rauswurf Schusters kam nicht sonderlich überraschend. Ein Real-Trainer steht immer vor der Entlassung, wenn die Königlichen - wie momentan - in der Tabelle der Primera Division neun Punkte hinter dem Erzrivalen FC Barcelona liegen.

Zudem ist Madrid auch in der Champions League vom Glanz vergangener Tage derzeit weit entfernt. Da half es Schuster auch nicht, dass er nach der vergangenen Saison noch als Meister-Trainer gefeiert wurde. Dieser Ruhm ist längst verblasst. Schon seit Monaten wurde über die Ablösung des gebürtigen Augsburgers diskutiert. Dazu ließ Schuster selbst durchblicken, dass ihm rund eineinhalb Jahre nach seinem Dienstantritt die Lust am Job bei den einst Galaktischen bereits vergangen ist.

Anders ist es kaum zu erklären, warum der Ex-Coach die Partie am Samstag in Barcelona bereits im Vorfeld abgehakt hatte. Das riecht nach einem provozierten Rauswurf. Calderon ergriff die Gelegenheit und brachte das Bauernopfer - bevor die Rufe der Fans nach seinem Rücktritt noch lauter wurden.

Bei Real ist es eben wie bei jedem anderen Klub auch: Wenn es um die Posten in der Chefetage geht, sind Jobgarantien ganz schnell hinfällig.


Verwandte Artikel