Wie Barca die Unabhängigkeits-Bewegung unterstützt

Guardiola auf dem Alexanderplatz

Barca, das steht für jenen katalanischen Links-Nationalismus, der die Region während der faschistischen Franco-Diktatur in Spanien (1936 bis 1977) zur Widerstands-Hochburg werden ließ. Wann also hätte sich der Verein zu Wort melden sollen, wenn nicht jetzt, in dieser Situation?

Zumal Kataloniens Unabhängigkeits-Bewegung immer wieder Unterstützung durch den Klub und durch einzelne Ikonen des FC Barcelona erfuhr. So nahm Barcas Ex-Spielmacher und -Coach Pep Guardiola 2014, während seiner Zeit beim FC Bayern, an einer Demonstration katalanischer Separatisten auf dem Berliner Alexanderplatz teil.

Auch der frühere Barca-Kapitän Carles Puyol und der heutige Regisseur der Blau-Roten, Andres Iniesta, gelten als entschiedene Befürworter einer Loslösung von Spanien. Puyol soll mehrfach an Demos teilgenommen haben.

Hundertausende demonstrieren

Bisher verlief der Konflikt trotz aller Brisanz weitgehend in geordneten Bahnen. Am 11. September, dem Nationalfeiertag Kataloniens, hatten Hunderttausende auf den Straßen von Barcelona friedlich und farbenfroh für die Unabhängigkeit der wohlhabendsten Region Spaniens demonstriert. Die Menschen in Katalonien fühlen sich in ihrer Sprache, Kultur und Tradition nicht anerkannt und klagen, dass sie zwar immense Steuereinnahmen nach Madrid abführen, im Gegenzug aber bei staatlichen Investitionen stets benachteiligt würden. 

Nun droht die Lage sich zuzuspitzen. Bereits am Dienstag hatte die spanische Polizei Dutzende Protestanten von der Straße getragen, weil sie den Zugang zu einer Druckerei versperrt hatten, in welcher die Polizisten Unterlagen für das verbotene Referendum vermuteten. Am Mittwoch setzte dann die große Verhaftungswelle ein. Nun riecht es nach Revolution. Kirchenvertreter appellierten bereits, kein Blut zu vergießen in diesem Konflikt.