Weshalb Sandro Schwarz der geilste Typ der Liga ist

Nicht lang schnacken!

Mainz-Trainer Sandro Schwarz stellt sich rassistischen Beleidigungen entgegen und tritt aktiv gegen Homophobie und Sexismus ein. Allerdings hängt er das nicht an die große Glocke, denn Schwarz handelt ganz im Stil des Vereins.

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Am Samstag absolvierte der 1. FSV Mainz 05 ein Testspiel gegen eine Regionalauswahl. Eigentlich ein schöner Anlass, um zu Beginn der Vorbereitung ein bisschen Volksfest-Stimmung aufkommen zu lassen. Das Wort Volksfest nahm sich eine Fangruppe, die einen gegnerischen Amateurspieler untersützte, etwas zu doll zu Herzen – leider. Die alkoholisierte Gruppe pöbelte nicht nur von der Tribüne aus, sondern beleidigte Spieler, wohl auch rassistisch. Mainz-Trainer Sandro Schwarz bekam die Beschimpfungen mit, ging hoch auf die Tribüne und machte den Fans eine Ansage. Die verstummten und machten den Rest der Partie keinen Mucks mehr. Ein Interview zu dem Vorfall gab Schwarz nach Abpfiff nicht, zu selbstverständlich scheint es für ihn zu sein, bei einem solchen Szenario einzuschreiten. Was auf den ersten Blick nicht so recht zu Schwarz passen will, zeigt genau wie Schwarz tickt.

Wandel der Wahrnehmung 

Die Außenwahrnehmung von Mainz 05 hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Wo früher Klopp, gute Laune und Abstiegskampf waren, ist spätestens seit Sandro Schwarz und Rouven Schröder das Sagen haben, seriöses Management und gesichertes Mittelfeld angesagt. Nicht, dass Schröder-Vorgänger Christian Heidel keine seriöse Arbeit betrieben hätte. Ganz im Gegenteil. Dennoch ist der Umzug aus dem stimmungsvollen Bruchweg-Stadion in die moderne, nicht immer ausverkaufte Opel-Arena nicht spurlos an den Mainzern beziehungsweise am Bild der Mainzer vorbeigegangen - vom fröhlichen Karnevalsverein zum ganz normalen Bundesligisten.


Seit 2017 ist Sandro Schwarz Cheftrainer bei den Rheinhessen. Erneut wählten die Mainzer einen Trainer aus dem eigenen Jugendbereich. Zur Diskussion stand er, obwohl es in der ersten Saison lange gegen den Abstieg ging, nie so richtig. Was zum einen an seiner fachlichen Expertise liegt. Schwarz gilt als akribischer Arbeiter, mit einer eigenen Vorstellung davon, wie seine Mannschaft zu spielen hat. Durchaus unüblich für ein Team der unteren Tabellenhälfte, ist es Schwarz wichtig, dass sein Team gegnerische Mannschaften, die auf einem ähnlichen Niveau agieren, dominiert.

Krisensitzung

Zum anderen wird Schwarz aufgrund seiner Persönlichkeit geschätzt. Er selbst betont immer wieder, wie wichtig die Kommunikation zwischen Spielern und Trainer sei. Die Krise in seiner ersten Saison und die damit einhergehende mediale Kritik an seiner Person moderiert er lässig weg. »Absolut berechtigt«, sei die Kritik gewesen. Das Gemecker der eigenen Fans hingegen nimmt er zum Anlass, sich bei einer Aussprache über 600 Fans zu stellen. Schwarz wird sehr emotional. Am Ende der Veranstaltung steht ein Schulterschluss mit den Fans. Am Ende der Saison der Klassenerhalt.