Weshalb die Dresdner Fanszene das Spiel beim KSC boykottiert

Nachkriegszeit

Die aktive Fanszene von Dynamo Dresden wird nicht zum ersten Auswärtsspiel der Saison beim Karlsruher SC fahren. Der Grund dafür liegt mehr als zwei Jahre zurück. Doch seine Nachwirkungen sind bis heute zu spüren. 

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Am 14. Mai 2017 spielten sich in Karlsruhe bizarre Szenen ab. Begleitet von Trommeln und Böllerschlägen marschierte die selbsternannte »Football Army Dresden« im Camouflage-Look zum Auswärtsspiel im Wildparkstadion und erklärte dem DFB via Banner den Krieg. Beim Fanmarsch und dem anschließenden Blocksturm wurden insgesamt 36 Ordner und Polizisten verletzt. Überwiegend erlitten sie Knalltraumata durch die gezündeten Böller.

 

Der Tag war einer mit Signalwirkung für die deutsche Fanlandschaft: Von der Bundesliga bis in die Amateurligen schlossen sich Fußballfans der Dresdner »Kriegserklärung« an und vereinigten sich in einer beispiellosen Protestwelle – gegen die Sportgerichtsbarkeit des Verbands, fanunfreundliche Anstoßzeiten und die zunehmende Kommerzialisierung.

»Diese Show wollen wir ihnen nicht geben«

Etwas mehr als zwei Jahre später führt der Spielplan der DFL die Dresdner nun erneut nach Karlsruhe. Doch wenn die Mannschaft von Cristian Fiél am 3. August im Wildpark aufläuft, wird es im Gästeblock weitaus ruhiger zugehen als zum damaligen Zweitliga-Ende. Denn die aktive Dresdner Fanszene wird das Spiel boykottieren. Das gaben die Ultras Dynamo auf ihrer Website bekannt. 

Ihre Entscheidung begründen die Fans »mit verstärkten polizeilichen Maßnahmen«, mit denen an diesem Tag zu rechnen sei. »Rund um dieses Spiel soll es die gewünschten Bilder geben! Staatsanwaltschaft, Polizei, Funktionäre und Medienvertreter warten nur darauf bis sich die ersten Dynamofans ›falsch‹ verhalten. Diese Show wollen und werden wir ihnen nicht geben«, heißt es weiter.

»Zusammenhalt und kreative Ideen haben Dynamo schon immer ausgemacht«

Statt zum ersten Auswärtsspiel der Saison zu reisen, wollen die Dynamo-Fans die Partie in der Heimat verfolgen. Dazu öffnet der Verein ihnen das Rudolf-Harbig Stadion und ermöglicht die Übertragung auf einer Großbildleinwand vor dem K-Block. 

»Gemeinsam mit vielen Dynamo-Fans werden wir am 3. August auswärts zuhause im K-Block ein echtes Fußballfest feiern und unsere Jungs gegen den KSC diesmal ausnahmsweise aus der Entfernung unterstützen. Der Zusammenhalt und kreative Ideen haben Dynamo Dresden schon immer ausgemacht und so werden wir uns noch ein dynamisches Rahmenprogramm überlegen, um den gemeinsamen Nachmittag im Rudolf-Harbig-Stadion für alle Besucher zu einem echten Erlebnis zu machen«, erklärte Dresdens kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born in seiner. Es ist nicht das erste Mal, dass der Verein seine Anhänger bei den Nachwehen des damaligen KSC-Spiels unterstützt.

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