Weshalb Adil Rami bei Olympique Marseille suspendiert wurde

Schlam(m)assel

2018 wurde Adil Rami Weltmeister. Nun schmiss Olympique Marseille den Verteidiger raus – weil er zum Schlammcatchen statt zum Training ging. Nicht die erste kuriose Volte in seiner Karriere. 

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Was haben Mario Basler, David Odonkor, Thorsten Legat und Adil Rami gemeinsam? Klar, alle sind Fußballer, haben mehr oder weniger schillernde Lebensläufe vorzuweisen und landeten über kurz oder lang in mehr oder weniger schillernden Fernsehproduktionen. So waren alle vier bereits Teilnehmer der Spielshow »Fort Boyard« - und genau das wurde Adil Rami nun zum Verhängnis.

Vor wenigen Tagen suspendierte Olympique Marseille seinen Innenverteidiger. Zu den Gründen machte der Verein zunächst keine Angaben. Doch wie die französische Zeitung »La Provence« nun berichtet, schasste der Klub den 33-Jährigen, weil der im Mai an der TV-Show teilgenommen hatte. Dort versuchte er sich unter anderem im Schlammcatchen - obwohl er offiziell verletzt war. 

Zuvor habe er den Klub um eine Freistellung vom Training gebeten, »aus persönlichen Gründen«. Dass der persönliche Grund in diesem Fall darin bestand, sich in den Zellen eines Forts vor der französischen Atlantikküste im grünen Schlamm zu suhlen, wusste sein damaliger Trainer Rudi Garcia offenbar nicht. 

Dabei hatte der seinen Schützling einst zu gemeinsamen Zeiten beim OSC Lille als »enorm wissbegierig, lernfähig und fleißig« beschrieben. Dass diese Aussage wohl eher nicht auf Ramis Geographie-Kenntnisse bezogen war, stellte der nach dem WM-Finale 2018 unter Beweis. Bei der Pokalübergabe schwärmte er im Gespräch mit der kroatischen Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic von der wunderbaren Insel Mykonos – bis ihn sein Teamkollege Olivier Giroud darüber aufklärte, dass die Insel mitnichten zu Kroatien, sondern zu Griechenland gehört.