Werder und Stuttgart versinken im Tabellenkeller

Wer hat Angst vorm Abstiegsgespenst?

Stuttgart und Bremen trennen sich im Abstiegsknaller 1:1. Beide Teams wirken gelähmt vor Abstiegsangst. Gelingt ihnen trotzdem wieder die Rettung?

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Die Tabelle lügt nicht, und doch erzählt sie nie die ganze Wahrheit. Glück und Pech sind immer noch zwei der größten Faktoren für Erfolg und Misserfolg im Fußball. Nicht selten hat man als Zuschauer das Gefühl, dass eine Mannschaft nicht unbedingt dorthin gehört, wo sie in der Tabelle steht. Jeder Hobbykicker kennt das: Da hat der blinde Mann in Schwarz mal wieder einen Elfmeter nicht gepfiffen, und – schwupps! – steht man vor dem Abstieg in die Kreisklasse.

Bei Stuttgart und Bremen hatte der geneigte Zuschauer lange Zeit das Gefühl, dass sie nicht in den Keller der Bundesliga gehören. Die Leistungen zu Beginn der Saison waren gut, nur Punkte holten beide Teams nicht. Stuttgart versemmelte Chance um Chance, Werder Bremen fing ein unglückliches Gegentor nach dem nächsten. Mittlerweile haben sich die Leistungen beider Teams an den Tabellenstand angepasst. Das direkte Aufeinandertreffen war ein Kampf- und Krampfspiel.

Bundesliga-Standard

Stuttgarts Ex-Coach Alexander Zorniger nannte sein Hau-Ruck-Pressing »alternativlos«. Interimstrainer Jürgen Kramny hat das System bereits nach zwei Spieltagen komplett umgekehrt. Vom frühen Anlaufen ist nichts mehr zu erkennen. Stattdessen spielt Stuttgart mit einem stabilen, unspektakulären 4-2-3-1-System. Den Zugriff sucht die Elf erst im Mittelfeld.

Bremen wiederum steht unter Trainer Victor Skripnik für Konterfußball. In Stuttgart baute Werder sich in einem 4-1-4-1 auf und überließ den Stuttgartern das Spiel. Beide Teams waren nicht um Tempo bemüht. Stattdessen war die Partie geprägt von Duellen im Mittelfeld – unterdurchschnittliche Bundesliga-Kost.

Stuttgart mit gutem Flügelspiel

Im Duell der passiven Strategien erwischte Stuttgart die bessere erste Halbzeit. Sie attackierten vorwiegend über die Flügel. Kapitän Christian Gentner stieß aus dem Mittelfeld nach vorne, Zehner Daniel Didavi wich häufig aus. Somit konnte Stuttgart relativ leicht Überzahlen auf dem Flügel herstellen.

Werder hatte große Probleme mit diesen Flügelangriffen. Die Außenstürmer ließen sich weit zurückfallen, konnten dadurch keinen Druck auf die Außenverteidiger aufbauen. Zugleich fehlten sie für mögliche Konter. Stuttgart konnte oft das Spiel mit langen Bällen von den Außenverteidigern auf die Außenstürmer aufbauen. So fiel auch der Stuttgarter Führungstreffer (33.).

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