Wer war BVB-Gründer Franz Jacobi?

Der BVB war immer »maximal emotional«

Jacobi ist die zentrale Figur der Gründung, um ihn dreht sich der Film, der »Am Borsigplatz geboren. Franz Jacobi und die Wiege des BVB« heißt. Sanft allerdings ging es bei der Vereinsgründung nicht zu, denn sie war ein Akt der Rebellion gegen die damals noch übermächtige katholische Kirche. Die späteren Borussen waren ursprünglich Mitglieder eine Jugendgruppe der Dreifaltigkeitsgemeinde.

Als deren Kaplan Dewald den jungen Arbeitern das Kicken am Sonntag verbieten wollte, lehnten sie sich auf. Und so trafen sie sich am 19. Dezember 1909 genau hier über der Pommesbude, die damals die Gaststätte »Zum Wildschütz« war, in dem Gesellschaftsraum, der »Spiegelsaal« genannt wurde, um den Aufstand zu starten.



»Der BVB ist ein emotionaler Verein, und schon in seiner ersten Stunde war er maximal emotional«, sagt Historiker Schnittker, der dritte Mann hinter dem Filmprojekt. Weshalb an diesem Sonntagabend am Originalschauplatz der Vereinsgründung auch viel geschrien wird. Denn nicht alle Jünglinge wagen, gegen die Kirche zu rebellieren, und so bleiben nur die 18 Gründer. Aber sie vertreiben Kaplan Dewald sogar handgreiflich, als er die Gründung noch verhindern will.

Das Vereinslied enstand im Schützengraben

Solches Reenactment ist in dem Film verwoben mit einer Fülle von Interviews. Zeitzeugen und Historiker erklären die Dortmunder Stadtgeschichte jener Zeit und die sozialen Umstände, in die hinein der Klub gegründet wurde und in denen er seine frühen Jahre verbrachte. Und vielleicht hätte er sie nicht überstanden, hätte nicht der Schuster Kistner dafür gesorgt, dass es immer einen Spielball gab.

Es gibt rührende Details, wie jene, dass der erste Vereinsvorsitzende in einem Schützengraben des Ersten Weltkriegs in Todesangst das Vereinslied textete. Bekanntlich heißt es da, dass Borussia Dortmund nie untergehen wird. Auch wenn man zuletzt manchmal einen anderen Eindruck hatte.

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11FREUNDE wird die Premiere des Films am 15. März im Dortmunder »Cinestar« präsentieren und ihn anschließend beim 11mm-Filmfestival in Berlin zeigen. Weitere Infos zum Film und Tickets für das 11mm-Festival bekommt ihr hier >>