Wer ist Michy Batshuayi?

Endlich wieder wichtig

Mit 14 flog er aus der Jugendakademie. Später machte er Chelsea zum Meister. In Dortmund kann Michy Batshuayi zum Weltklasse-Spieler werden. Aber will er das überhaupt?

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Pierre-Emerick Aubameyang ist weg. Endlich mag der ein oder andere BVB-Fan sagen. Ein seit Monaten schwelender Brandherd wurde gelöscht. On top gibt es 63,75 Millionen Euro und Michy Batshuayi — einen 24 Jahre alten Stürmer, der lange als das nächste belgische Top-Talent galt. Ende gut, alles gut. Oder etwa doch nicht? Batshuayis Vita lässt Zweifel aufkommen.

Rein sportlich ist der 1,85 Meter große Angreifer über jeden Zweifel erhaben. »Er hat großes technisches Potenzial, ist beidfüßig und außerdem sehr schnell«, sagte Antonio Conte über den Sohn kongolesischer Eltern bei dessen Vorstellung nach dem Wechsel zum FC Chelsea. 39 Millionen Euro flossen von London nach Marseille, wo Batshuayi in 62 Ligaspielen 26 Tore erzielt hatte. Es war ein Wechsel, der sich für die Londoner lohnen sollte und dennoch keinen so wirklich zufrieden stellte: Bei den Blues traf Batshuayi im Schnitt alle 93 Minuten. Er schoss in der vergangenen Spielzeit beim 1:0-Erfolg gegen West Bromwich Albion das entscheidende Tor zur Meisterschaft und noch am Sonntag trug er sich im FA Cup gegen Newcastle United doppelt in die Torschützenliste ein. Den richtigen Platz im Starensemble von Antonio Conte fand er dennoch nie. Denn das  Stürmerdasein des 13maligen Nationalspielers ist seit seinem Wechsel in den Londoner Westen mit einem Schatten behaftet. Dem der Ersatzbank.

In dieser Saison verbuchte Batshuayi, der immerhin satte 25 Millionen Marktwert haben soll, ganze zwölf Ligaeinsätze mit einer durchschnittlichen Spielzeit von 29 Minuten. War in der vergangenen Saison noch Diego Costa sein Widersacher, wurde ihm nun Alvaro Morata vor die Nase gesetzt. Als dieser im Oktober 2017 ausfiel, schien Batshuayis Stunde zu schlagen. Doch Antonio Conte entschied anders und beorderte Eden Hazard in die Sturmspitze. Samt dem kurzen Kommentar: »Es ist ganz einfach. Er muss mir zeigen, dass er besser ist als Morata und Hazard«. Spätestens da geriet Batshuayis WM-Teilnahme, die er bei der Vorstellung in Dortmund nicht zum ersten Mal als sein großes Ziel ausgab, in Gefahr. Denn auch bei den Roten Teufeln kennt er die Rolle als Zuschauer bestens: Hinter dem gesetzten Romelu Lukaku kämpft er mit Divock Origi und Christian Benteke um den Platz des Ersatzmannes. Die Entscheidung über die Teilnahme an der WM trifft niemand geringeres als Co-Trainer Thierry Henry und der weiß, was einen Stürmer ausmacht.