Wer ist dieser Arkadiusz Milik?

Der nächste Lewandowski? Einfach Arek!

Erst galt er als größtes Talent seit Lewandowski. Dann als »Polen-Flop«. Inzwischen wird Arkadiusz Milik von halb Europa gejagt. Auch, weil Rudi Völler sein Wort nicht halten konnte.

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Schauen wir in die Zukunft. Es ist der 16. Juni 2016, es ist der zweite Spieltag der Europameisterschafts-Gruppenphase. Deutschland trifft auf Polen. Eine Gleichung mit Bekannten. Allen voran Robert Lewandowski, klar. Den kennt von Warschau bis Waikiki inzwischen jedes Kind. Dazu noch Lukasz Piszczek und Jakub Blaszczykowski, jahrelanges Bundesligainventar. Doch dann wird es schon schwieriger. Artur Sobiech und Przemyslaw Tyton noch. Hannover und Stuttgart. Naja.

Er kann mit seinen Blicken grätschen

Grzegorz Krychowiak vom FC Sevilla, dieser defensive Mittelfeldspieler, der allein mit seinen Blicken grätschen kann. Und Wojciech Szczesny, einst beim FC Arsenal auf dem Sprung zum Weltklassetorhüter. Inzwischen beim AS Rom. Ein ewiges Talent in der ewigen Stadt. 

Das war's, oder? Wie, Arkadiusz Milik? Wer? Ach der! Über den die Bild-»Zeitung« vor zwei Jahren titelte: »Polen-Flop nach Amsterdam«. Als es der damals gerade 20 Jahre alte Stürmer doch tatsächlich nicht geschafft hatte, sich in der Bundesliga zu behaupten. Nicht beim Champions League-Dauergast in Leverkusen, die ihn im Januar 2013 für etwa zweieinhalb Millionen Euro verpflichteten.

Und das, obwohl Rudi Völler doch beim Verkünden des Transfers voller Stolz posaunte: »Er hatte viele Anfragen. Aber uns ist es gelungen, ihn davon zu überzeugen, dass er bei uns genau richtig aufgehoben ist.« Und nicht beim FC Augsburg, an den Milik für die Saison 2013/14 verliehen wurde. Zwanzig Einsätze, nicht ein Spiel über 90 Minuten, zwei Treffer. Überschaubare Bilanz. 

Bayern und Barcelona sind an ihm interessiert

In der Bundesliga war das Interesse an Milik, »Polens vielleicht größtes Talent« (Rudi Völler), dann schnell erloschen. Nur eineinhalb Jahre nachdem sich Schalke, Stuttgart und Leverkusen um ihn prügelten. Zum Glück für Milik haben sie bei Ajax Amsterdam allerdings nicht nur ein Händchen bei der Ausbildung der eigenen Talente, sondern auch ein Auge für in anderen Ligen verschüttetes Talent. Und so schnappten sie zu, zunächst Leihweise, ehe sie den Polen 2015 fest verpflichteten. Für kolportierte 2,8 Millionen Euro. Ein Schnäppchen, wie sich inzwischen herausgestellt hat.