Wer ist Bayerns Renato Sanches?

Der Bad Boy

Portugiesischer Meister und Europameister - für einen 18-Jährigen hat Renato Sanches schon ganz schön viel erreicht. Bei Bayern könnte er nun zur tragenden Säule im Mittelfeld werden.

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18 Jahre jung, Brustumfang wie Conan der Barbar, zum besten Nachwuchsspieler der EM 2016 gekürt, dazu fast 40 Millionen Euro schwer und, na klar, Europameister. Renato Sanches, innerhalb von Monaten aus Benficas A-Jugend in die bayerische Landeshauptstadt und somit in die europäische Spitze gejettet, ist der spektakulärste Neuzugang der bisherigen Transferperiode. Und für das zentrale Mittelfeld der Bayern womöglich die tragende Säule der Zukunft.

Zusätzlich zu seinen unfassbaren fußballerischen Anlagen - Technik, Durchsetzungsvermögen, Handlungsschnelligkeit - gibt es schon jetzt ein halbes Archiv mit Anekdoten über diesen wahnsinnig starken Halbstarken. 

Mit geklauten Bällen begann seine Karriere

Da wäre die Geschichte seiner Entdeckung. Nur um den Knirps am Bälleklauen zu hindern - Sanches wartete mit Freunden hinter dem Zaun auf verunglückte Schüsse -, ließ ihn der Präsident des örtlichen Klubs Aguias da Musgueira angeblich in der Jugendmannschaft mitspielen. Sanches überzeugte und ging kurze Zeit später zu Benfica, wo er im letzten Herbst Stammspieler wurde. 


Dann wäre da seine Herkunft. Aufgewachsen in einem der härtesten Viertel Portugals kämpft er seit Beginn seiner Karriere gegen die gängigen Klischees. Erst seit Sanches ein Star sei, werde er nicht mehr von der Polizei kontrolliert, erzählen Freunde.  

Wie alt ist Sanches?

Und dann ist da noch die Sache mit dem Alter. Während der EM sorgte Frankreichs Trainerlegende Guy Roux im TV-Sender Dolce Sport mit folgender Aussage für Wirbel: »Sanches sagt, dass er 18 Jahre alt ist, aber die Daten sind falsch. Sein Geburtsdatum wurde erst Jahre nach seiner Geburt offiziell eingetragen, so dass es in der Registrierung nicht korrekt ist. Ich denke, er ist 23 oder 24 Jahre alt.« Woher Roux das wusste, wusste er hinterher selber nicht mehr so richtig, inzwischen hat er sich bei Sanches für die Gemeinheit entschuldigt.

Auch wenn seine Behauptung an den Haaren - bzw. im Fall von Renato Sanches an dessen Edgar-Davids-Gedächtnis-Rastas - herbeigezogen ist, so kann man zumindest verstehen, wie man auf die Idee kommen kann. Wer Sanches bei der EM in Frankreich spielen sah und ihn mit dem durchschnittlichen 18-Jährigen von heute verglich, der musste sich tatsächlich fragen: Wie kann man so jung nur so wahnsinnig cool sein?