Wer an Cristiano Ronaldos Fußstapfen gescheitert ist

Der Fluch der Nummer »7«

Alexis Sánchez trägt seit dieser Woche das Manchester United-Trikot mit der Rückennummer »7«. Seit Cristiano Ronaldo scheint dieses Jersey geradezu verflucht. Was Sánchez jetzt zu erwarten hat.

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CR7 – diese Buchstaben-Zahlenkombination kennt die ganze Welt. Mit seiner Rückennummer hat sich Cristiano Ronaldo eine Marke geschaffen wie einst Michael Jordan mit der »23«. Dabei wollte er die Nummer anfangs gar nicht bekommen, als er 2003 im zarten Alter von 18 Jahren zu Manchester United wechselte. Die »28« sei seine Wunschnummer gewesen, verriet er 2016 gegenüber dem »Mirror«.

Mittlerweile hat sich Ronaldo offenbar ganz gut mit seinem Schicksal abgefunden. Kein Wunder, lief es doch ganz ordentlich in sechs Jahren ManUnited. 118 Pflichtspiel-Tore, der Champions-League-Gewinn 2008, drei Meisterschaften und drei Pokalsiege standen am Ende zu Buche. Allesamt im Trikot mit der Rückennummer »7«.

Siebenfacher Vater

In seiner ersten Saison bei Real Madrid nach dem 94-Millionen-Euro-Rekordwechsel im Sommer 2009 lief CR7 noch mit der »9« auf. Die »7« war an Real-Legende Raúl vergeben, der erst ein Jahr später zu Schalke wechseln sollte. Seitdem aber gehört die »7« zu Ronaldo wie die Henkel an den Champions-League-Pokal. Angeblich ist es sogar eine seiner neuesten Ambitionen, eines Tages siebenfacher Weltfußballer ebenso wie siebenfacher Vater zu sein.

Während es für Ronaldo auch in Spanien steil bergauf ging, ließ er ein schweres Erbe zurück. Die »7« auf dem Rücken war nun nicht nur von den Manchester United-Legenden George Best, Eric Cantona und David Beckham getragen worden, sondern auch vom wahrscheinlich besten Fußballer der Gegenwart.

Der Fluch

Eine Bürde, der niemand mehr gerecht werden sollte. Uniteds Spieler mit der »7« sind seit 2009 meist ebenso Hoffnungsträger wie spätere Transferflops gewesen – an CR7 kam niemand mehr heran. In englischen Medien wird längst vom »Fluch des Trikots mit der 7« gesprochen. Nicht zu unrecht, als da wären:

1. Michael Owen (2009-12)

Der Erste nach der Ära Cristiano Ronaldos, der sich das Shirt mit der »7« überstreifen durfte, war der ehemalige »Wunderknabe« des englischen Fußballs. Nach eher bescheidenen Jahren in Madrid und Newcastle lief es bei ManUnited für den damals 29-Jährigen eigentlich recht gut an. Siegtreffer im Manchester-Derby, Hattrick in der Champions League – es schien als hätte United schon in der ersten Hinserie nach Ronaldo einen würdigen Nachfolger gefunden.

Doch daraus wurde nichts. Verletzungen warfen Owen zurück, schnell war er nicht mehr erste Wahl unter Alex Ferguson. Trotzdem wurde sein Kontrakt 2011 überraschend noch einmal um ein Jahr verlängert. Warum, wird er sich bis heute fragen: Nur noch viermal stand der ehemalige Stürmerstar in seiner letzten Saison bei den Red Devils auf dem Platz, insgesamt waren es in drei Jahren nur 31 Premier-League-Einsätze und fünf Tore. Der Anfang vom Ende: Nach einem weiteren Jahr bei Stoke City beendete Owen seine Karriere.