Wer als Sieger aus dem Hummels-Transfer hervorgeht

Ein guter Deal – doch für wen?

Die Rückkehr von Mats Hummels zum BVB wirft viele Fragen auf. Nur eine lässt sich wirklich eindeutig beantworten. Und zwar die, wer von diesem Transfer profitiert.

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Es ist noch keine vier Wochen her, da lagen sich Dortmunds Fans einträchtig schluchzend in den Armen. Schluchzend vor Glück. Mensch, Aki und Susi – die beiden Teufelskerle – hatten es aber mal so richtig krachen lassen auf dem Transfermarkt!

Der Berliner Nico Schulz, der fünfzehn Jahre für Hertha kickte. Das Juwel Julian Brandt, an den sie in Leverkusen ihr Herz verloren hatten und um den herum Bayer eine neue Elf aufbauen wollte. Und schon wieder ein Spieler, der in Gladbach den Durchbruch schaffte, diesmal Thorgan Hazard.

Das waren alles sehr gute Deals, mit denen man en passant auch noch nationale Konkurrenten schwächte. So weit, so gut. Blieb nur noch ein Mannschaftsteil, der etwas Verstärkung gebrauchen konnte. Und das war natürlich … der Angriff.

Transferrekord gebrochen

Schließlich benötigt man weder eine Glaskugel noch einen Taschenrechner, um zu wissen, dass Paco Alcacer seine Torquote nicht halten wird. Also besteht Bedarf an einem zweiten Mittelstürmer, schließlich ist auch Hazard der Typ, der aus der Tiefe oder über den Flügel kommt, und damit eher Ersatz für Christian Pulisic als eine Alternative für Alcacer.

Einen Monat später nun hat der BVB erneut auf dem Markt zugeschlagen. Und den vereinsinternen Transferrekord gebrochen. Für einen 30-jährigen Innenverteidiger, der offenbar nicht mehr gut genug für die Nationalelf ist.

Zwei Lager unter den Fans

Man kann also verstehen, dass die schwarz-gelbe Anhängerschaft in diesen Tagen gespalten ist wie selten. Ein großer Teil lehnt den Transfer von Mats Hummels ab, ein fast ebenso großer findet ihn gut, ein kleiner Teil ist noch damit beschäftigt, das Für und Wider abzuwägen. 

Das Komische ist nur, dass es beim Für und Wider gar nicht um die Dinge geht, die ein Außenstehender erwarten würde. Um es grob zusammenzufassen: Die Pro-Fraktion sagt »Ein professioneller, weil sportlich sinnvoller Deal, durch den ein fehlender Mosaikstein eingebaut wird«, während die Contra-Fraktion schimpft »Ein ärgerlicher, weil menschlich fragwürdiger Deal, mit dem man den Fans das nächste Feindbild vorsetzt«.