Wenn Thomas Doll wütend wird

»Lach mir doch 'n Arsch ab!»

Es ist das alte Spiel: Presse haut auf Trainer, Trainer haut zurück. Mit einer Wutrede, samt leichtem Trapattoni-Einschlag, reagierte Dortmunds Thomas Doll auf die Medienschelte der letzten 13 Monate. Hier das Protokoll seines Gedankenstroms. Wenn Thomas Doll wütend wirdimago images
»Permanent auf den Trainer einzunageln. Und, was ja noch viel schlimmer ist, jetzt auch noch auf die Spieler loszugehen. Das ist ja das, was mich so ärgert. Von Anfang an der Saison ging das nur darum: Opa-Abwehr, und der ist schlecht, der ist schlecht. Jetzt werden neue Torhüter, werden werden auf einmal ins Spiel gebracht. `N Marc Ziegler kommt an: ›Trainer, kann ich noch mittrainieren?‹ Ich lach mich doch tot hier, was hier abläuft, echt! Das ist 'ne absolute Frechheit, ist das! `Ne absolute Frechheit!

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Was auch mein Spieler gegenüber, was hier abläuft. 'N Wörns und 'n Kovac sind hier gar nicht, die sind nächste Saison gar nicht mehr hier. Die sollen aber jetzt die die Fff... Kohlen aus dem Feuer holen und acht andere auch noch! Da lach ich mir doch `n Arsch ab! Die sollen hier für was gehen. Und das ist das, was mich so ärgert! Ja.

»Hey, geile Kiste!«

Und jeden Tag wird einem ins Gesächt, Gesicht gelächelt und dann wird hier jedes Mal werden dir Knüppel irgendwo reingeworfen. Dass wir in der Bundesliga nicht gut stehen und nicht gut gespielt haben – einige Spiele –, das wissen wir. Aber das man nicht mal anfängt und sagt: ›Hey, geile Kiste, internationaler Fußball, Finale, gut aus der guut gut aus der Affäre gezogen!‹ Nein, es geht nur, nur... Was, wenn man was Schlechtes sehen will, sieht man was Schlechtes, wenn man die andere Seite sehen will, kann man vielleicht auch mal die andere Seite sehen. Und das ist das, was mich so ärgert.




Wir sollen jetzt am Freitagabend 'ne Mannschaft aufn Platz bringen, die hier durchs Feuer geht, die aber wo acht Mann eigentlich gar keine Rolle hier mehr spielen. Da lach ich mir doch 'n Arsch ab... Echt! Und das ist das, was mich ärgert. Und wir brauchen uns hier nicht hinsetzen jedes Mal, ob 'n Kehl am Wochenende spielt und ob der am Wochenende spielt. Das ist doch alles bla bla bla, ist das doch! Alles bla bla bla, ist das... Ja... Mich interessiert das nicht, wer hier gehandelt wird und wer nicht. Ja. Aber meiner, meine Jungs hier draußen, die am Wochenende die Hauptdarsteller wieder sein sollen, am Freitagabend, die werden hier von vorne bis hinten werden die madig gemacht, die werden hier nicht mehr gesehen, hier geht aber noch 'ne Saison, geht hier noch. Wir sind sieben Punkte vom Abstiegsplatz weg. Verdammt noch mal!

»Freunde, jetzt hört mir mal auf, ey!«


Und das ist wichtig für mich! Dass wir da mal die Konzentration drauflegen. Und nicht um äh, äh, äh, ob ich noch in zwei Wochen da bin oder ob, ob, ob der noch nächste Saison hier Fußball spielt. Das ist respektlos – ohne Ende. Ja. Und ich habe immer Respekt, vor jedem, vor Ihnen, vor Ihrer Arbeit, aber wenn ich das mitbekomme, was hier abläuft, also, ey Freunde, jetzt hört mir mal auf, ey! Echt. Und deshalb ist mir das alles in den Tagen mal hoch gekommen, weil ich das schon mal erlebt hab hier vor einem Jahr. Als ich hier anfing... Genau vor 13 Monaten.«