Wenn Fußballfans die lange Nase zeigen

»Operation Tango«

6.
Eine der gemeinsten Fan-Aktionen der Fußballgeschichte lief am letzten Spieltag der Saison 2009. Im Fernduell kämpfen wie üblich Celtic Glasgow (gegen Edinburgh) und die Glasgow Rangers (gegen Dundee) um den schottischen Titel. Nach 20 Minuten bekamen tausende Celtic-Fans Nachrichten mit den Worten »Dundee have equalized« aufs Handy.  Ein Aufschrei ging durchs Stadion, die Anhänger lagen sich begeistert in den Armen. Celtic war auf dem Weg zum Titel. Doch die SMS-Aktion war eine von Rangers-Fans unter dem Decknamen »Operation Tango« eingefädelte Verschwörung. In Wahrheit fiel gar kein Tor für Dundee. Am Ende gewannen die Rangers 3:0 und wurden Meister.

7.
Kurz vor Silvester 2010 flatterte plötzlich eine Dortmund-Flagge über der Schalker Arena. Auf die originelle Idee kam ein Arbeiter, bekennender BVB-Fan, der das beschädigte Stadiondach vom Schnee befreien sollte. Der humorlose Arena-Chef war stinksauer und feuerte den Mann: »Der arbeitet hier nie mehr. Der war hier, um Schnee zu schippen und nicht, um das Stadion zu dekorieren.« Seinen Job war der Mann los, beim BVB dagegen fortan ein Held: Dortmunds Fanbeauftragter Akki Schmidt entzückt: »Das muss ein echter Dortmunder gewesen sein.«

8.
In Berlin-Dahlem manipulierten Fans des 1. FC Köln im Oktober 2011 eine U-Bahnhaltestelle. Die Podbielskiallee hieß nach einer Überklebeaktion des »Pazifistischen Kommando Lilian Laslandes« plötzlich Podolskiallee. Fürs Auswärtsspiel bei der Hertha nutzte das nichts, die Geißböcke verloren 0:3, Podolski spielte unteriridisch. Wahrscheinlich hatte sich der Geist von Victor Adolf Theophil von Podbielski am FC gerächt, vermutete die »Welt«. Podbielski war in der Kaiserzeit preußischer Generalleutnant gewesen. Zitat: »Solche Leute verstehen keinen Spaß.«

9.
Noch eine Geschichte aus der Reihe Dortmund gegen Schalke: Im Oktober 2012 bekamen die Schalker Fans vor dem Derby ein Fahnenverbot verordnet. Als Ersatz hatten die königsblauen Anhänger Schlumpfmützen dabei. Und eine große Fahne bekamen die Schalker Fans auch irgendwie in ihren Block: Ein geklautes schwarz-gelbes Dortmund-Banner. Ihre Beute präsentierten die Schalker ganz stolz, was einige BVB-Fans wiederum nicht so lustig fanden. Der Versuch, die Fahne zurückzuholen, scheiterte, weil die Polizei etwas dagegen hatte.

10.
Auch das eigene Team kann manchmal Zielscheibe kreativen Fanspottes sein. So wie beim 1. FC Magdeburg im März 2012. Nach 500 Minuten ohne Tor ließen sich die besorgten Ultras etwas einfallen: Sie kamen mit bunten Styroporpfeilen ins Stadion und stellten sich hinter dem gegnerischen Tor auf.  Schreiend („Hier hier!“) wuselten sie bis zum Schlusspfiff über die Ränge und zeigten den Spielern mit den Pfeilen den Weg zum Tor. Der »spaßige Arschtritt« (11 Freunde) half nur teilweise: Die Magdeburger trafen zwar das Tor, verloren aber trotzdem mit 1:2.