Welche Torjubel im Alltag noch fehlen

Dichter und Denker

Mario Balotteli nutzte die Sicherheitsschleuse am Flughafen Lille, um hindurch zu diven. Nett, aber im Sammelsurium der besten Torjubel gäbe es noch viel bessere Alltags-Gelegenheiten.

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1. Die Geige

Welcher Orchesterabo-Besitzer kennt es nicht? Da hört man die ersten Klänge der äußeren Bratsche und weiß bereits nach einem Dreiviertel-Takt, dass es sich hier einzig und allein um die Don-Giovani-Ouvertüre von Wolfgang Amadeus Mozart handeln kann. Und während man selbst wissend im Sessel sitzt, sieht man noch die fragenden Gesichter im Publikum. Nur wie jetzt der adretten Begleitung mitteilen, wie gut man sich im Sammelsurium des Streichkonzerts auskennt? Natürlich mit der Geige. Der Signature-Move von Alberto Gilardino ist bestens geeignet, um lautlos und trotzdem effektiv seiner Freude Gehör zu verschaffen. Aber Achtung: Wer zu lange jubelt, trifft schnell den falschen Ton.

2. Der Robo-Dance

Natürlich eignet sich nichts besser als die Tanzfläche, um frisch einstudierte Torjubel in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wenn weder DJ-Pult (Emile Heskey), noch Eckfahnentanz (Roger Milla) und Dab (Paul Pogba) positiv ankommen, zieht ein Jubel immer: der Peter-Crouch-Robo-Dance. Wer sich hingegen mit dem Türsteher anlegt, sollte sich vorab noch einmal den Wayne-Rooney-Schattenboxer reinziehen.

3. Die Schraube

Zu den Pflichten des guten Enkels gehört es nun einmal die Großmutter zu Arztbesuchen und/oder ähnlichem zu begleiten. Und wenn der Fachverkäufer vom Hörgeräteladen mal wieder nicht weiß, welcher der nächste Schritt ist, dann heißt es vorsichtig hinter die Oma stellen und dem armen Kollegen Hilfestellung anbieten. Selbstverständlich mit der Luca-Toni-Schraube.

4. Der Ravanelli

Monatsbeginn und die Fahrkarte für den städtischen Nahverkehr ist schon wieder abgelaufen? Manchmal hilft eben nichts anderes als volles Risiko und rein in die Bahn. Der Chef steht schließlich mit der Stoppuhr am Büroeingang. Wer die größte Niete zieht, sieht schon zwei Stationen später die freundlichen Kontrolleure mit unauffälliger Hüfttasche einmarschieren. Was tun? Vorausschauend das mitgebrachte Trikot über der Kopf ziehen wie einst Fabrizio Ravanelli - klappt bestimmt. Vielleicht.