Welche Teams selber über ihre Taktik bestimmen

Selbst schuld!

Laut Lahm ließ Guardiola die Mannschaft gegen Real einst selber über die Taktik entscheiden. Weshalb die Mannschaft mit 0:4 unterging. Weshalb 11FREUNDE-Investigativ die Ermittlungen aufgenommen hat - und verblüffende Taktikabstimmungen aufdecken konnte.

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Brasilien - Deutschland 1:7
Angeblich kam es vor dem Spiel zu tumultartigen Szenen in der brasilianischen Kabine: Die eine Hälfte der Mannschaft wollte sich mal so richtig abschießen lassen, die andere Hälfte stattdessen taktisch lieber komplett undiszipliniert auftreten. Laut Kronzeuge Hubert (Name von der Redaktion geändert) wurde noch bis kurz vor Abpfiff mannschaftsintern hitzig diskutiert. »Zum Glück konnten wir uns in letzter Minute einigen. Unser Matchplan bekam das Codewort hühnerhaufenhaft verpasst, am Ende muss man sagen, dass unser Konzept alles in allem sehr gut aufging.«

Wo der Trainer die Mannschaft in den K.O.- Spielen zuvor in ein enges taktisches Korsett gezwängt hatte, konnten sich die Brasilien-Brasilianer gegen die »die Mannschaft« endlich die Freiräume nehmen, die sie mutmaßlich so dringend für ihr Wohlbefinden brauchen. Keine lästige Zuordnung bei Standards, keine schmerzhaften Kopfballduelle, dafür 90 Minuten irrsinnige Laufwege und objektiv gesehen schwachsinnige Flanken hinterm Standbein. Bis heute kann Hubert einen gewissen Stolz auf seine Teamkollegen und sich nicht verhehlen: »Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn du auf dem Platz merkst, dass sich alle an die Absprachen halten und ein gemeinsamer Plan verfolgt wird. Am Ende haben wir uns regelrecht in einen Rausch dilettiert. Die Krönung aus unserer Sicht war das 0:7, bei dem wir diesen rothaarigen Typ dazu brachten, den Ball mit seinem schwachen Fuß volle Möhre in den Winkel zu hauen. Das war schon toll.«



Bayern München - Hamburger SV (immer)
Besonders demokratisch geht es zu, wenn der Hamburger SV in München spielt. Wie 11FREUNDE von Insidern exklusiv erfuhr, lässt der jeweilige HSV-Trainer (der im Übrigen meist auch äußerst demokratisch abgesägt wird) vor den Gastspielen in München traditionell den Mannschaftsrat über die exakte Anzahl der gewünschten Gegentore abstimmen.

Peinlich: Die letzte 0:8-Niederlage war eigentlich als zweistellige Klatsche geplant gewesen. Doch trotz selbstauferlegtem Fraktionszwang stellten sich Einzelne quer und begannen in den letzten Minuten des Spiels damit, sich wie echte Fußballprofis zu verhalten. So kassierte die Mannschaft in den letzten 25 Minuten lediglich ein Tor, was nach Spielende im Mannschaftskreis zu größeren Streitigkeiten geführt haben soll.  

Weitere Partien mit selbstbestimmter Taktik im unorganisierten Schnelldurchlauf:

Barcelona - PSG 6:1
Statt auf Trainer Unai Emery zu hören und konsequent vertikal zu verschieben, verschob Paris das Spiel lieber komplett. Besonders clever: Auch der Schiedsrichter wurde vorher eingeweiht.

Herthaspiele (auswärts)
Kuriose Regelmäßigkeit in Berlin. Trainer Dardai darf nur im heimischen Olympiastadion an die Taktiktafel. Auswärts wird die Taktik dagegen per Jenga-Matchup zwischen einem Affen und einem gelosten Herthaner ausgespielt. Bitter: Zuletzt hatte Hertha-Affe Raimond ein verblüffend ruhiges Händchen.

SSV Ulm - Bayer Leverkusen 1:9
Nach über 15 Jahren tauchten kürzlich erstmals Bilder aus der Ulmer Kabine von vor der Niederlage gegen Bayer Leverkusen auf. Wodurch klar ist: Gegen Leverkusen ließ Coach Rangnick seine Jungs endlich von der Leine. Die den taktischen Fokus dementsprechend auf andere Dinge richteten.