Welche Spielertypen auf wirklich jedem Platz rumlaufen

Der Taper, der Erfahrene und der Ehrgeizige

4. Der Taper
Das Klebeband quietscht, denn der Taper muss jeden einzelnen Zeh, den Oberschenkel und die Waden in Eigenregie behandeln. Zudem dürfen die Schienbeinschoner nicht rutschen. Der Taper klebt selbst Löcher von Ohrringen ab, die er schon seit Jahren nicht mehr trägt, oder Piercings, die er nie getragen hat. In seiner Sporttasche findet sich eine kleine Apotheke in Größe einer Lagerhalle von Ratiopharm. Von seinem Schwager lässt er sich aus dem Griechenlandurlaub regelmäßig mehrere Tuben besonderer Pferdesalbe mitbringen, mit der er alle 32 bisher lädierten Stellen seines Körpers einschmiert. Dadurch stinkt die Kabine in Windeseile nicht nur wie eine Ayurvedafarm, sie muss auch regelmäßig Schreie und Tritte gegen die Wand aushalten. Dann nämlich, wenn der Taper kurz nach dem Einschmieren dieser brennenden Salbe zum Pinkeln geht und vergisst, dass er das Teufelszeug an der Hand hat und daraufhin an ganz anderen Stellen verteilt. Und sich so an den Rand der Zeugungsunfähigkeit bringt.

5. Der Erfahrene
»Spielt mir die Dinger nur in’ Fuß, ich hab’s mit der Hüfte«, sagt der Erfahrene. Er begrüßt jeden Schiedsrichter mit Vornamen und kennt die Schwächen jedes gegnerischen Torwarts. Auch wenn es immer dieselbe ist: »Der lässt nur klatschen. Schießen, Männer.« Der Erfahrene spielt nicht nur mit Auge, er wärmt sich auch mit Auge auf. Bringt auf dem Platz alle bekannten Sprüche: »Raaaaaaaussss«, »Nur stellen«, »Hat nur ’n Linken«, »Liiiiiniiieee« und »Körpersprache, Männer«. Bei den Partyausflügen mit der Mannschaft lehnt er meistens lange am Tresen, um den jungen Draufgängern im Team dann die richtigen Tipps für die Anbahnungen auf der Tanzfläche zu geben: »Nur stellen« und »Körpersprache, Männer«.

6. Der Ehrgeizige
Er mag die Geburts- und Hochzeitstage innerhalb der Familie vergessen, doch die kommenden drei Auswärtspartien und die Tordifferenz des Gegners hat er innerhalb von Zehntelsekunden parat. Auf dem Platz lässt er keinen Zweikampf aus, schließlich muss er »Zeichen setzen« und sein »Team wachrütteln«. Und was hält der Gegenspieler auch so blöd sein Sprunggelenk in den von ihm aus acht Metern im Vollsprint angesetzten Scherenschlag? Mit Schraubstollen. Auf Ascheplatz. Neben seinem Einsatz auf dem Platz ist seine Phantasie prächtig. Einen Großteil seiner Flüche hat sich bereits Quentin Tarantino patentieren lassen, um daraus einen schockierenden Splatterfilm mit Danny Trejo und Steven Seagal zu entwickeln.